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Philipp K.: Der Waffenhändler gerät vor Gericht unter Druck.

Vierter Tag vor Gericht

OEZ-Amoklauf-Prozess: Waffenhändler droht Mordanklage

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Im Amok-Prozess geben Waffenkäufer pikante Details über Händler Philipp K. preis, dem nun eine Mordanklage droht.

München - Philipp K. (32) könnte nun doch noch wegen Beihilfe zum Mord angeklagt werden: Am Montag stellte Nebenklage-Anwalt Yavuz Narin einen entsprechenden Antrag gegen den Waffenhändler, weitere Anwälte schlossen sich an. K. soll, so der Antrag, vor das Schwurgericht gestellt werden und eine „empfindliche Haftstrafe“ erhalten, jedenfalls ohne Bewährung. Denn es wird immer wahrscheinlicher, dass er von dem Amoklauf am OEZ wusste, vielleicht sogar mit plante.

Am vierten Tag des Prozesses kamen neue Details zur Sprache, die seine intensive Verbindung zu Täter David S. belegen. „Ich werde bald durchstarten“, hatte Philipp K. als „Rico“ im Darknet geschrieben – noch bevor er dem Amokläufer die Glock 17 verkauft hatte. Laut Ermittlern lassen etliche Chat-Verläufe den Rückschluss zu, „dass über konkrete Anschlagspläne gesprochen wurde“. Wie am Montag bekannt wurde, schrieb „Rico“ dem späteren Amokläufer: „Mach keinen Scheiß mit der Waffe.“ Er selbst hatte sie ihm samt Munition für 4100 Euro verkauft. Im Chat hatte David S. unter dem Pseudonym „Maurächer“ geantwortet, er brauche die Waffen nur zum Selbstschutz. In seinem Viertel fühle er sich nicht sicher. Und er kündigte an: „Ich werde vielleicht noch Kanacken abknallen, wenn ich nach dem Urlaub noch Munition übrig habe.“ Am 22. Juli 2016 machte er seine Drohung wahr und erschoss neun Menschen am Olympia-Einkaufszentrum.

„Er war dumm, faul und wäre sehr einfach zu fassen gewesen“

Im Darknet hatte K. schon vor der Tat geschrieben, dass „alle Vorbereitungen zum Amoklauf abgeschlossen“ seien. Unklar ist noch, seit wann die Behörden ihn im Visier hatten. Bereits am 24. Juli 2015 stand der K. in Kontakt mit einem Nutzer namens „Erich Hartmann“. Dessen Account hatte später die Polizei übernommen, um die Geschäfte im Darknet zu überwachen. „Endlich geht es los“, schrieb Phillip K. in dem Forum. „Als es wirklich losging, wussten wir gleich, wessen Waffe für den Amoklauf verwendet worden war“, berichteten Darknet-Nutzer nach der Tat am OEZ. Philipp K. war in dem Forum bekannt, aber nicht nur beliebt. „Ich wusste, dass er Händler ist und nicht nur der Sammler, der er spielt“, schrieb ein Nutzer. „Er war dumm, faul und wäre sehr einfach zu fassen gewesen.“ Angeblich, weil K. seine Geschäfte schlecht absicherte. Das bestätigte Zeuge Mario S., der bei „Rico“ einen Karabiner gekauft hatte: „Er hatte das Gewehr nur eingewickelt und in einen Gitarrenkoffer gepackt.“ Nicht nur der Nutzer wunderte sich daher, „warum Rico nicht schon eher gefasst wurde“.

Ticker zum OEZ-Amoklauf-Prozess: Zeuge offenbart skurrile Details

Andreas Thieme

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