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Im Hofbräuzelt wird in diesem Jahr die Anzahl der Kameras aufgestockt.

Oktoberfest 2017

Kommt jetzt die Massen-Überwachung? Mehr Kameras in Wiesn-Zelten

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Im Hofbräuzelt bauen die Steinbergs die Überwachung weiter aus, andere wie Wiggerl Hagn halten das für überflüssig und setzen auf etwas Anderes.

München - Sie haben sich in seinen Augen bewährt. Deshalb stockt Oktoberfest-Wirt Ricky Steinberg die Kameras in seinem Hofbräuzelt auf. Vergangenes Jahr waren es erstmalig 26 Kameras, heuer kommen nochmal eine Handvoll dazu, bestätigte Steinberg auf Anfrage. Der Umgang mit Zelt-Kameras ist unterschiedlich. Viele Wirte setzen darauf, manche wie Wiggerl Hagn halten sie für überflüssig.

Steinberg setzt auf Psychologie: „Die Tatsache allein, dass die Kameras da sind, gibt den Menschen Sicherheit.“ Sicherheit war vergangenes Jahr das Hauptthema auf der Wiesn. Einen Zaun um die Theresienwiese wird es heuer wieder geben. Ebenso wie Taschenkontrollen und reichlich Sicherheitspersonal. Und in vielen großen Zelten zeichnen Kameras die Party auf.

Kein Mitarbeiter beobachte die Aufnahmen die ganze Zeit

Die zusätzlichen Kameras im Hofbräuzelt sollen neuralgische Orte ausleuchten, die bei der Einführung vergangenes Jahr vergessen wurden. Kein Mitarbeiter beobachte die Aufnahmen die ganze Zeit, betont Ricky Steinberg. Sie seien dafür gedacht, um Vorfälle wie Schlägereien im Zelt im Nachhinein aufzuklären. Die Polizei habe die Aufzeichnungen 2016 des Öfteren genutzt und als nützlich bewertet.

Die Steinbergs gehören seit vielen Jahren zu den Wiesn-Wirten. Auch sie setzen auf Kameras. Von links: Ricky Steinberg, Silja Schrank-Steinberg, Margot und Günter Steinberg. rk

Nach einer Pause im Vorjahr gibt es heuer auch im Festzelt Tradition der Familie Winklhofer wieder Kameras. Diese seien an den Eingängen platziert, sagt Toni Winklhofer. Letztes Jahr stand sein Zelt auf dem Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF). „Das Zelt war kleiner und das Publikum durch den ZLF-Eintritt vorgefiltert. Deswegen haben wir auf Kameras verzichtet“, sagt der Wirt. Für die Oide Wiesn würden die Kameras wie 2015 wieder angebracht.

Mit den Kameras können Vorfälle im Zelt aufgeklärt werden

Wie die Winklhofers setzen auch das Käfer-Zelt und der Marstall von Siegfried Able auf Überwachung in den Eingangsbereichen. Die Kameras seien hilfreich, um Vorfälle im Zelt aufzuklären, sagt Able. Letztes Jahr etwa habe ein Gast einer Kellnerin ihren Servierschlitten extra heruntergeworfen, das aber dann geleugnet. „In der Aufzeichnung konnten wir sehen, dass die Servicekraft mit ihren Schilderungen recht hatte.“ Auch im Augustiner wurde ein System mit einigen Kameras in den letzten drei Jahren aufgebaut, wie Wirt Thomas Vollmer erklärt. Wo sich die genau befinden, wolle er aber nicht kommunizieren.

Im Hackerzelt von Thomas Roiderer gibt es auch heuer 30 Kameras. Diese hätten sich bewährt, sagt der Wirt, der das Zelt vergangenes Jahr von seinem Vater Toni übernommen hat. „Etwa auch, um zu überwachen, dass keine unbefugten Leute im Anlieferungsbereich sind.“ Kollege Christian Schottenhamel vom gleichnamigen Zelt hat „deutlich weniger Kameras“ als etwa Roiderer oder Steinberg. Der Garten als kritischer Punkt werde stark überwacht, das System sei seit Jahren etabliert. Georg Heide von der Bräurosl benutzt seit Jahren zwei Kameras im Zelt. „So können wir vom Büro aus sehen, wenn sich zum Beispiel Staus bilden.“

Gegner von Kameras

Kein Fan von Kameras ist Stephan Kuffler vom Weinzelt. „Nach einem Versuch vor ein paar Jahren haben wir entschieden, dass das für uns keinen Sinn macht.“ Im Grunde hätte er jemanden gebraucht, der die Kameras überwacht, sagt Kuffler. Außerdem seien die Regelungen zu den Persönlichkeitsrechten kompliziert.

Auch 2017 werden wieder Millionen-Besucher auf dem Oktoberfest erwartet.

Ähnlich sehen das Wiggerl Hagn (Löwenbräuzelt), Edi Reinbold (Schützenfestzelt) und Peter Pongratz (Winzerer Fähndl): Auch sie haben keine Kameras. Wiggerl Hagn: „Ich bin der Meinung, dass man des ned braucht, weil sich die Leute anständig aufführen sollten“.

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