Wimbledon-Siegerin und Ex-Graf-Rivalin mit nur 49 Jahren gestorben

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Ulrich Lobinger

Merkur-Kommentar

Absagen häufen sich: Die Wiesn und die Angst

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München - Neigt der Deutsche zum Angsthaben? In Bezug auf das Oktoberfest drängt sich der Eindruck gerade auf, findet Merkur-Autor Uli Lobinger. Aber ist das berechtigt? Ein Kommentar.

Im angelsächsischen Raum gibt es den Begriff German Angst. Er beschreibt spöttisch die Furcht der Deutschen vor Gefahren aller Art. Früher sorgten sich die Bundesbürger vor dem Waldsterben oder dem Verlust des Jobs. Seit den Anschlägen von Würzburg und Ansbach sowie dem Amoklauf von München ist es die Sorge vor einem Terroranschlag, die viele umtreibt.

Neigt der Deutsche zum Angsthaben? In Bezug auf das Oktoberfest drängt sich der Eindruck gerade auf. Unternehmerin Regine Sixt stornierte 1400 Plätze, Trachtenvereine sagen ihre Teilnahme am Umzug ab, Firmen berichten von geringem Interesse der Mitarbeiter an der Wiesn. Dies, obwohl die Polizei gebetsmühlenartig betont, dass keine Anschlagspläne bekannt sind.

Nach dem Amoklauf in München sagten Politiker, ein Weiter-so dürfe es nicht geben. Warum eigentlich nicht? Ein Zaun und stichprobenartige Kontrollen werden keinen Anschlag verhindern. Man kann davon ausgehen, dass die neuen Sicherheitsmaßnahmen auf der Wiesn zum Unsicherheitsgefühl der Menschen erheblich beigetragen haben. Dass die Politik gehandelt hat, ist dennoch nachzuvollziehen. Denn die Politiker müssen im Falle des Falles auch den Kopf hinhalten.

Am Morgen des 14. November 2015, einen Tag nach dem Attentat in Paris mit 130 Toten, saßen die Menschen wieder in den Cafés. Es war ein Bekenntnis zum eigenen Lebensstil – und damit das beste Signal gegen den Terror. Ein bisschen Pariser Trotzigkeit würde uns gut tun. Das gilt auch in Bezug auf die Wiesn.

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