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Merkur-Autorin Doris Richter.

Merkur-Kommentar

Mehr Kontrollen auf der Wiesn: Nur gefühlte Sicherheit

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München - Kein Wunder, dass die Stadt versucht, ihren Bürgern auch bei der Großveranstaltung Oktoberfest ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Doch die Maßnahmen sind keine Garantie. Die Besucher müssen sich entscheiden. Ein Kommentar von Doris Richter.  

„Auf eine friedliche Wiesn“ wird auf dem Oktoberfest gleich mit der ersten Mass nach dem Anzapfen angestoßen. Nichts mehr wünschen sich die Münchner. Also ihr Volksfest unbeschwert genießen zu können – selbst mit den Terror-Bildern von Paris und Brüssel im Hinterkopf. Kein Wunder also, dass die Stadt versucht, das ihren Bürgern zu ermöglichen. Mehr Sicherheitskräfte, mehr Kontrollen, Sperrungen an den Zugängen zum Festgelände – es sind naheliegende Ideen, echte Lösungen nicht.

Immer wieder wurde der Ruf nach mehr Sicherheit laut. Nach den Anschlägen des 11. Septembers 2001, den Terrordrohungen von Islamisten 2009. Absperrungen wurden errichtet, Taschenkontrollen eingeführt, der Ordnungsdienst aufgestockt. Experten bezeichnen den Sicherheitsstandard auf der Wiesn als sehr hoch. Auch wenn die Bemühungen lobenswert sind – vormachen sollte man sich nichts. Es kann jetzt nur noch um eins gehen: mehr gefühlte Sicherheit. Eine Garantie, dass nichts passiert, ist Illusion. Da führt kein Zaun und keine Kontrolle hin.

Die Einstellung der Wiesnwirte „Wir lassen uns die Lebensfreude nicht nehmen“ mag naiv anmuten. Doch jeder wird sich irgendwann entscheiden müssen, ob er die Angst sein Leben und seinen Alltag bestimmen lässt. Zumindest jeder, der Bahn fährt, ins Fußballstadion geht, Konzerte besucht oder nur den Marienplatz quert – auch wenn er nicht auf die Wiesn geht.

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