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13 Menschen verloren ihr Leben beim Attentat auf dem Oktoberfest im Jahr 1980.

Ein Jahr nach Beginn

Oktoberfest-Attentat: Ernüchternde Bilanz zu neuen Ermittlungen

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Neue Zeugen, neue Erkenntnisse: Vergangenenen Dezember wurden nach jahrelangem Druck die Ermittlungen zum Oktoberfestattentat wieder aufgenommen. Ein Jahr danach teilt die Generalbundesanwaltschaft den aktuellen Stand mit – Fortschritte gibt es bisher keine.

Ein Jahr nachdem Deutschlands oberster Strafverfolger, Generalbundesanwalt Harald Range, die Ermittlungen zum Oktoberfestattentat überraschend wieder aufgenommen hat, zieht sein Nachfolger Peter Frank eine ernüchternde Bilanz: Es gebe keine nennenswerten Fortschritte, teilte Franks Büro am Freitag mit. Im Gegenteil: Angaben einer Zeugin, die das Verfahren im Dezember 2014 wieder in Gang brachten, hätten sich im Kern nicht bestätigt.

Bei dem Anschlag am 26. September 1980 hatte eine Bombe am Haupteingang des Oktoberfests 13 Menschen in den Tod gerissen und 211 verletzt, 68 davon schwer. Es ist bis heute der blutigste Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik.

Eine bis dato unbekannte Zeugin hatte im vergangenen Jahr angegeben, am Tag nach der Bluttat im Spind eines Bewohners eines Münchner Aussiedlerheims Flugblätter entdeckt zu haben, die Gundolf Köhler als Attentäter auswiesen – dabei hatte die Polizei den Namen des Studenten zu diesem Zeitpunkt noch nicht öffentlich gemacht. Die Beobachtung der Frau hätte für Mitwissende und ein Täternetzwerk gesprochen. Angehörige, Opfervertreter, aber auch Politiker verschiedener Parteien hatten stets bezweifelt, dass der bei der Explosion getötete rechtsradikale Bombenleger Köhler ein Einzeltäter war und die Tat aus rein privaten Motiven beging.

Am Freitag nun die schlechte Nachricht für alle, die auf eine Wende gehofft hatten. Die Generalbundesanwaltschaftteilt mit: „Im Zuge der Ermittlungen ließ sich weder die Beobachtung der Zeugin verifizieren noch der sich von ihr geschilderte zeitliche Zusammenhang mit dem Oktoberfestattentat herstellen.“ Auch eine andere wichtige Spur – Beobachtungen einer Krankenschwester, ebenfalls mit Hinweisen auf mögliche Mittäter – verlief demnach im Sande.

Opferanwalt Werner Dietrich sagte in einer ersten Reaktion, er wundere sich, dass nur Punkte, die angeblich bisher nicht nachgewiesen wurden, in der Bilanz erwähnt seien. „Nicht aber die glaubhaften Zeugenaussagen, bei denen ich auch dabei war und die auf mehrere Mittäter von Köhler am Tatort hindeuten und die bisherige Aussagen bestätigen. Warum diese einseitige vorläufige Bewertung?“ Auf Dietrichs erneuten Antrag hin hatte die Anklagebehörde die Wiederaufnahme der Ermittlungen bekanntgeben.

Die Generalbundesanwaltschaft gibt auch einen Einblick in die Ermittlungen, die weiterhin andauern: Die Tatsituation werde derzeit in einem 3D-Modell rekonstruiert. Hierzu habe man den Tatort mit 3D-Lasertechnik vermessen sowie 1700 Fotos, etwa von der Presse, herangezogen. 21 Ermittler gehören der vom Bayerischen Landeskriminalamt eingerichteten „Soko 26. September“ an. Derzeit lägen dem Team mehr als 26 000 Dokumente mit einem Umfang von mehr als 157 000 Seiten vor. Die Generalbundesanwaltschaft schreibt: „Angesichts des Umfangs und der Komplexität der bei den angefragten Behörden zu sichtenden Aktenbestände werden die Erhebung und die Auswertung des Materials noch einige Zeit in Anspruch nehmen.“

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