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Eduard Hohmann klagt gegen den TÜV.

Übertriebene Richtlinie?

Seine Klage könnte vielen Schaustellern die Existenz retten

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Eine Norm des TÜV lehrt die Schausteller das Fürchten. Müssen sie bald ihre Fahrgeschäfte umrüsten? Dagegen klagt Eduard Hohmann (66) vor dem Verwaltungsgerichtshof.

München - Dieser Prozess könnte die Wiesn verändern – falls Eduard Hohmann (66) ihn verliert. Der Schausteller klagt vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH) gegen den TÜV Süd, weil er mit einer befristeten Ausführungsgenehmigung belegt wurde. Sein Fahrgeschäft „Magic“ darf er nur noch betreiben, wenn er eine umstrittene Bau-Anordnung umsetzt. Doch das könnte „mehrere hunderttausend Euro kosten“, sagt Hohmann. „Wir Schausteller sind von der Existenz bedroht.“

Laut Gericht sind rund 100 Betreiber von Wiesn-Fahrgeschäften von vergleichbaren Anordnungen des TÜV betroffen. Konkret geht es um die Sicherheitsvorschrift DIN EN 13814. Sie wurde 2004 entworfen – aber erst 2012 umgesetzt. Der Inhalt: Alle Fahrgeschäfte müssen auf den einen vorgeschriebenen Technik-Standard gebracht werden, sonst stellt der TÜV keine Genehmigung aus.

Hohmann sagt: „Ich bin seit 45 Jahren Schausteller. Bei mir hat es nie einen Unfall gegeben.“ Bei jedem Auf- und Abbau wird er ohnehin durch die jeweilige Behörde kontrolliert, dazu jährlich auch vom TÜV. Die neue Richtlinie könnte ihn – wie etliche Schausteller – zwingen, Teile der Fahrgeschäfts umzubauen oder nachzurüsten. Offiziell aus Sicherheitsgründen. Laut TÜV soll die neue Norm die Standfestigkeit der Fahrgeschäfte garantieren. Teilweise sei die Schweißtechnik veraltet, Bauteile müssten erneuert werden.

Tatsächlich werden die Schausteller auch abkassiert. „Allein ein Statik-Gutachten würde eine hohe fünfstellige Summe kosten“, sagt Hohmann. Alte Teile zu verschrotten und Material nachzurüsten würde wohl Millionen verschlingen. „Es wird uns immer schwerer gemacht.“ Rückendeckung erhält er vom Bayerischen Schausteller-Verband: „Die Umsetzung der Norm könnte bedeuten, dass viele der alten Fahrgeschäfte verschwinden. Weil die Betreiber die Kosten nicht mehr stemmen können“, sagt Landesgeschäftsführer Jürgen Wild (56).

Vor Gericht geht es nun darum, ob die Norm eine verpflichtende Auflage für die Schausteller ist – oder ein reiner Hinweis für die Sicherheit. In erster Instanz hatte Hohmann gewonnen. Gegen das Urteil vom Verwaltungsgericht hatte der TÜV aber Berufung eingelegt. Nun müssen Bayerns oberste Verwaltungsrichter den Streit schlichten und haben für Montag eine Entscheidung angekündigt. Sein Fahrgeschäft hat Eduard Hohmann mittlerweile verkauft – die Genehmigung wäre in 14 Tagen ausgelaufen. „Bei der Klage geht es mir aber ums Prinzip. Wir brauchen jetzt ein Urteil, auch für die Branche.“

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