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Das Rote Kreuz kommt auf der Wiesn 2018 nicht zum Zuge.

Vergabekammer gibt der Stadt Recht 

Wiesn-Aus für Rotes Kreuz wohl endgültig besiegelt

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Der Sanitätsdienst auf der Wiesn bleibt vorerst in den Händen der Aicher Ambulanz. Das Rote Kreuz kommt nicht zum Zuge. Informationen unserer Zeitung zufolge hat die Vergabekammer der Regierung dem Vorgehen der Stadt zugestimmt.

München - In der Auseinandersetzung um den Sanitätsdienst auf dem Münchner Oktoberfest hat das Bayerische Rote Kreuz erneut eine Niederlage erlitten. Nach Informationen unserer Zeitung hat die Vergabekammer der Regierung von Oberbayern am Montag in nicht-öffentlicher Sitzung der Stadt recht gegeben. Die hatte den Sanitätsdienst heuer erstmals im Rahmen einer Ausschreibung an den BRK-Konkurrenten Aicher Ambulanz vergeben. Die schriftliche Begründung der Entscheidung steht noch aus, daher war bei der Regierung gestern niemand zu einer Erklärung bereit. Zudem kann das Rote Kreuz auch noch Rechtsmittel einlegen. Das ist nicht ausgeschlossen. „Wenn die Vergabekammer die Auffassung der Stadt stützt, muss die Situation neu bewertet werden. Erst dann kann entschieden werden, wie das weitere Vorgehen ist“, sagte jüngst ein BRK-Sprecher.

Wie berichtet, hatte die Aicher Ambulanz den Zuschlag für den Sanitätsdienst auf dem Oktoberfest für 2018 bis 2021 bekommen. Das BRK hatte zuvor seit 1885 diese Aufgabe inne. Vor dem Jahr 2011 war der Auftrag allerdings gar nicht ausgeschrieben worden.

Angebot des Roten Kreuzes offenbar deutlich zu hoch

Das Rote Kreuz hatte mit einigem Unmut auf die Entscheidung der Stadt reagiert. Das Rathaus will aber aufgrund von monetären Überlegungen für Aicher votiert haben. Wie unsere Zeitung aus verschiedenen Quellen erfahren hatte, lag das finanzielle Angebot des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) wohl mehr als ein Drittel über jenem des Konkurrenten Aicher Ambulanz. Man habe aus wirtschaftlichen Gründen gar keine andere Wahl gehabt, zumal auch der Privatanbieter seine Leistungsfähigkeit nachgewiesen habe, war aus Rathauskreisen zu hören.

Für das Rote Kreuz ist der Auftrag nach mehr als 130 Jahren auf der Wiesn eine Frage des Selbstverständnisses. Der Kreisverband München hatte in einem Schreiben an die Mitglieder betont: „In Briefen, E-Mails, Anrufen und im persönlichen Gesprächen werden wir aufgefordert, weiterzumachen und uns für den Sanitätsdienst auf dem Oktoberfest einzusetzen. Und das machen wir.“

Entscheidung bei der Vergabekammer beantragt

Das BRK hatte daher die Nachprüfung der städtischen Entscheidung bei der Vergabekammer Südbayern beantragt und zudem ein Gutachten in Auftrag gegeben, um die eigene Argumentation zu untermauern, wonach ein privater Anbieter Leistungen in diesem Umfang gar nicht erbringen könnte. Aicher bezahlt seine Retter, das BRK hingegen bedient sich ehrenamtlicher Helfer, was wiederum die Frage aufwirft, wie das Angebot eines Unternehmens günstiger sein kann.

Das Büro „antwortING“ aus Köln kam derweil in seinem Gutachten für das BRK zu dem Schluss, dass „die bisherige Sachausstattung einen sehr hohen Qualitätsstandard“ hatte und bei der aktuellen Ausschreibung in dieser Dimension von der Stadt gar nicht eingefordert worden sei. In der Analyse heißt es sodann: „Es ist mit einem erhöhten Risiko zu rechnen, insbesondere durch die Absenkung des Sicherheitsniveaus und durch viele nicht in der Leistungsbeschreibung definierte unbekannte Faktoren.“ Dem ist die Kammer offenbar nicht gefolgt. Das BRK kann nun Rechtsmittel einlegen und vor den Vergabesenat des Oberlandesgerichts München ziehen.

Lesen Sie auch: „Nicht verramschen“: Aus für Rotes Kreuz auf der Wiesn besiegelt - BRK will sich wehren

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