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Während der Wiesn werden wieder Millionen Besucher die Theresienwiese säumen.

Bürgermeister bekommt Gegenwind

Wegen Schmids Wiesnplänen: Zoff um den Zaun

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München - Muss Josef Schmid sein Sicherheitskonzept für die Wiesn noch einmal überdenken? Der Bürgermeister bekommt wegen seiner Zaunpläne keine Mehrheit zusammen.

Nein, niemand hat die Absicht einen Zaun um die Wiesn zu bauen. Das meinte OB Dieter Reiter (SPD) noch vor wenigen Tagen. Im Gegensatz zu Wiesn-Chef und Bürgermeister Josef Schmid (CSU). Der will einen ausrollbaren Zaun an der Westseite des Oktoberfestes errichten, der bei Überfüllung das Gelände absperrt. Doch der Bündnispartner SPD verweigert die Zustimmung. Eine Mehrheit wird Schmid am Dienstag auch nicht bei den andere Fraktionen bekommen.

Bürgermeister Josef Schmid.

Wie die tz berichtete, will Schmid heuer erstmals das Wiesngelände einzäunen. Dazu soll zum einen ein fester Zaun hinter der Bavaria gezogen werden. Süd-, Ost- und Nordseite sind ohnehin eingezäunt. Bleibt die berüchtigte Böschung zwischen Bavaria und Haupteingang: Hier soll ein sogenannter "Secufence" installiert werden - ein in einer Stahlbox aufgerollter Zaun, der bei Bedarf ausgezogen und mit mobilen Pfosten befestigt wird.

Schmid will so dafür sorgen, dass bei Überfüllung des Geländes niemand mehr ins Innere gelangt. Er betonte vorige Woche, dass "ein Sicherheitskonzept Voraussetzung für die Genehmigung" der Wiesn ist. "Mein Vorschlag hält sich genau an die Vorgaben und ist mit den zuständigen Behörden erarbeitet und abgestimmt worden." Am Dienstag soll das Sicherheitspaket im Wirtschaftsausschuss beschlossen werden.

SPD schlicht gegen den Zaun

Doch es sieht eher danach aus, dass die Roten einen Streit vom Zaun brechen werden: "Wir werden dem Zaun nicht zustimmen", so SPD-Fraktionschef Alexander Reissl am Sonntag zur tz. "Der frühere KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle war strikt gegen einen Zaun." Reissl selbst findet das Konzept auch nicht gut: "Ich habe große Bedenken, dass das funktioniert. Der Zaun soll ja erst geschlossen werden, wenn die Wiesn schon überfüllt ist. Und wenn er zu ist, was dann?" Es würden weitere Hunderte Menschen versuchen, auf das Oktoberfest zu strömen.

Die zweite Frage, so Reissl: "Was ist, wenn es innerhalb aus irgend einem Grund eine Panik gibt?" Dann wären die Menschen eingeschlossen. Reissl will erst eine neue Bewertung durch das KVR. Dessen neuer Chef Thomas Böhle, ebenfalls SPD, hatte am Donnerstag zwar gesagt: "Ein Zaun ist wahrscheinlich." Er müsse aber bei einer "Gegenbewegung" zu öffnen sein. Also bei einer Panik. Hier gibt es Zweifel, ob das im Notfall schnell genug geschehen könne.

Eine Mehrheit jenseits der SPD wird Schmid kaum finden. Lydia Dietrich (Grüne) sagt: "Ich habe große Bedenken, die ausgeräumt werden müssen, bevor ich dem zustimmen kann." Auch die FDP-Stadträtin Gabriele Neff meint: "Ich glaube, der Zaun könnte sogar kontraproduktiv sein." Und für Joachim Altmann (Bayernpartei) ist Idee schlichtweg ein "Schmarrn".

Johannes Welte

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