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Die Oldschool vor Gericht.

Angeblich Terroranschlag geplant

Oldschool-Chef jammert und weint vor Gericht

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München - Vor dem Oberlandesgericht wehrt sich der Chef der mutmaßlichen Terrororganisation Oldschool gegen die Vorwürfe, Anschläge geplant zu haben. Sogar Tränen sind geflossen. 

Jetzt spricht der Präsident! Andreas H. (57) hat die Oldschool Society (OSS) angeführt – eine mutmaßliche Terrororganisation, die Nagelbomben auf Asylheime werfen wollte. Nur, weil die Polizei die Banden-Bosse schnappte, konnten Anschläge vereitelt werden.

Vor dem Oberlandesgericht sagte Andreas H. aber am Dienstag: „Wir waren planlos und haben nur Mist getextet.“ Dann bricht er plötzlich in Tränen aus. „Ich brauche das nicht wieder.“ Nur Mist? Laut Anklage sprachen sich die OSS-Mitglieder über Kurznachrichten ab. In Borna (Sachsen) hatten sie bereits ein konkretes Anschlagsziel ausgewählt und Sprengstoff aus Tschechien besorgt.

"Das konnte man ganz falsch verstehen"

„Meine Texte hatte ich tags drauf schon wieder vergessen“, sagt Andreas H. „Als ich sie nach meiner Verhaftung zu lesen bekam, war ich überrascht. Das konnte man ganz falsch verstehen.“ Wieder weint er. Die Verhandlung wird unterbrochen. Als es weiter geht, sagt Andreas H. „Wir haben uns aufgeregt. Über Flüchtlinge. Über Geld. Über die EU. Aber wir haben nichts geplant.“ Keine Anschläge – angeblich.

Die Geschichte von H. klingt nach Wut des kleinen Mannes. Als Maler verdiente er nicht viel. Mit Hartz IV fand er keine Wohnung. In der OSS aber war er wichtig, wurde Präsident. Er organisiert einheitliche Pullover für die Mitglieder, lässt sich monatlich einen Beitrag zahlen. Bei den Treffen aber saufen sie nur. „Wir pöbelten und tauschten Gedanken aus“, sagt er. Genauer: braune Gedanken. H. hetzt über Münchner Flüchtlinge, die die Feuerwehr von Bäumen rettet. „Obdachlosen würde niemand helfen“, sagt er. „Flüchtlinge aber kommen ins Fünf-Sterne-Hotel.“ Ungerechtigkeit – überall. So sieht die Welt von Andreas H. aus. Auch vor Gericht.

Als „völlig belanglos“ beschreibt er seine Gruppe. Der geplante Terror: angeblich alles nur Männergehabe. Im Chat aber stimmte der Präsident dem Einsatz von Molotow-Cocktails gegen Flüchtlinge zu: „Dann ab die Luzi.“

Andreas Thieme

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