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Ein Bild aus dem Jahr 2006: Bald werden auch die Balkone des Studentenwohnheims verschwinden. Die alten Bungalows im Vordergrund wurden bereits abgerissen.

Olydorf: Balkone werden wegsaniert

München - Das Wohnheim des Studentenwerks München im Olympiadorf wird saniert. Die 801 Appartements sollen künftig ein paar Quadratmeter größer sein – dafür fallen die Balkone weg.

Bis April sollen alle neuen Bungalows im Olympiadorf fertig sein. Ein halbes Jahr später steht schon das nächste Großprojekt an – nebenan, in den Hochhäusern am Helene-Mayer-Ring 7. Das vom Architekten Günther Eckert für das Olympische Dorf 1972 errichtete Gebäude mit dem am höchsten Punkt 19-stöckigen Haus A und dem bis zu 15 Stockwerke hohen Haus B ist in die Jahre gekommen. Weder in puncto Brandschutz noch bei der Wärmedämmung entspricht es nach fast 40 Jahren den modernen Standards. Das soll sich nun ändern. Heute diskutiert die Stadtgestaltungskommission über den Entwurf des Dresdner Architektenbüros Knerer und Lang.

Nur knapp 15 Quadratmeter groß sind die Appartements derzeit, inklusive Nasszelle. Die gültigen Richtlinien für Zimmergrößen würden damit „deutlich unterschritten“, heißt es in der Vorlage für die städtische Kommission. Das Sanierungskonzept aus Dresden sieht deshalb vor, dass die Balkone der Wohnfläche zugeschlagen werden. „Die Balkone werden aufgelöst und es wird eine Wärmedämmung davorgesetzt“, bestätigt Anke van Kempen, Sprecherin des Studentenwerks München. Künftig soll jedes Apartment 18,5 Quadratmeter groß sein, aus den Balkonen werden verglaste Loggien.

Die meisten Bewohner haben ihren Balkon bisher sowieso zweckentfremdet – und als Abstellfläche genutzt. Ein Aufenthalt draußen war auch deshalb wenig attraktiv, weil Tauben in ihrer Platznot erfinderisch waren und sich Nistplätze am Haus suchten. Um von den Vögeln verursachte Gebäudeschäden zu verhindern, waren schon vor Jahren Netze an den Fassaden der Hochhäuser angebracht worden.

Einige Studenten sind inzwischen bereits aus dem Hochhaus ausgezogen. „Wir haben ihnen Ersatzplätze in den neuen Bungalows oder in anderen Wohnanlagen vermittelt“, sagt van Kempen. Übergangsweise habe man aber Zwischenmietverträge an Studenten, die nur für kurze Zeit in München sind, vergeben, damit kein begehrter Wohnraum leer stehe.

Wenn die Stadtgestaltungskommission dem Vorhaben des Studentenwerks zustimmt, kann der Bauantrag eingereicht werden. „Geplanter Baubeginn ist Oktober 2010“, sagt van Kempen. Rechtzeitig zum doppelten Abiturjahrgang, der zum Wintersemester 2011/2012 mit dem Studium beginnen kann, soll das Wohnheim wieder bezugsfertig sein.

Die genauen Kosten für die Sanierung der Hochäuser seien noch nicht zu beziffern, sagt van Kempen. Insgesamt seien für den Neubau der Bungalows, die Sanierung der Hochhäuser, der Gemeinschaftsräume und der Kinderkrippe auf dem Areal des Olympischen Dorfes 120 Millionen Euro veranschlagt. 40 Millionen davon fließen allein in den Wiederaufbau der unter Ensembleschutz stehenden Bungalows.

Caroline Wörmann

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