+
Lee Kun Hee ist Ex-Chef von Samsung.

Aufwind für Münchens Olympia-Gegner

München/Seoul - Rückenwind für Münchens Konkurrenz in der Bewerbung um die Olympischen Spiele 2018: Die südkoreanische Stadt Pyeongchang holt mit Lee Kun Hee einen milliardenschweren Strippenzieher an Bord.

Die südkoreanische Stadt Pyeongchang hat im Bewerbungsduell mit München um die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2018 Aufwind bekommen.

Lesen Sie dazu auch:

Olympia 2018: Bogner übergibt Münchner

DFL wirbt für Olympia 2018 in München

Sechs Wochen nachdem das IOC die Suspendierung des Südkoreaners Lee Kun Hee aufgehoben und den milliardenschweren Ex-Chef von Samsung wieder als Mitglied eingesetzt hatte, wurde der verurteilte Steuersünder zum Vorstandsvorsitzender von Samsung Electronics, dem Flaggschiff der Gruppe, bestimmt. Unternehmenssprecher Rhee In Yong sagte am Mittwoch der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap, eine Gruppe ranghoher Manager habe Lee wegen der unsicheren Lage der Weltwirtschaft zur Rückkehr ins Unternehmen aufgefordert. Damit kann Lee Pyeongchangs olympische Ambitionen aus einer prominenten Position heraus noch tatkräftiger vorantreiben.

Lee ist Strippenzieher und Stimmenfänger bei Pyeongchangs drittem Anlauf, Olympia-Gastgeber zu werden. Die erfolglosen Kandidaturen um die Spiele 2010 und 2014 wurden zu einem großen Teil von Samsung finanziert. Im August vergangenen Jahres war er von einem Gericht in Seoul zu einer Bewährungsstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Lee habe sich des Vertrauensbruchs schuldig gemacht, so der Richter im Sommer 2009. Der Wirtschaftsbetrüger wurde zudem zu einer Geldstrafe von 110 Milliarden Won (63 Millionen Euro) verurteilt.

Im Dezember wurde er von Südkoreas Regierung mit dem klaren Auftrag begnadigt, die Olympia-Bewerbung zu unterstützen. Präsident Lee Myong Bak sagte damals, er könne die Bitten von Sport und Wirtschaft nicht ignorieren. Nach Lees Begnadigung machte sich die IOC-Ethik-Kommission für seine vollständige Rehabilitierung stark. Die 15-köpfige Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) entsprach dieser Empfehlung und nahm den 68-Jährigen wieder in den exklusiven Club auf - mit einer öffentlichen Verwarnung und der Einschränkung, fünf Jahre kein IOC-Amt übernehmen zu dürfen. Lee habe den Ruf der olympischen Bewegung beschmutzt.

Es geben noch nichts Offizielles, “aber so oder so wird Herr Lee Pyeongchangs Bewerbung unterstützen“, sagte Park Yang-chun, Vorsitzender der internationalen Beziehungen im Nationalen Olympischen Komitee Südkoreas. Lee, seit 1996 im IOC, gilt mit einem geschätzten Vermögen von fünf Milliarden Dollar als reichster Mann Südkoreas, das zudem durch Athletenvertreter Moon Dae-sung in der Weltregierung des Sports vertreten ist. Das französische Annecy ist neben Pyeongchang und München der dritte Bewerber um Olympia 2018. Die IOC-Vollversammlung fällt im Juli 2011 im südafrikanischen Durban die Entscheidung über den Ausrichter.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mega-Umbau der U-Bahn-Haltestelle am Hauptbahnhof München - das ist der Zeitplan
Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) will den Bahnsteig der U4/U5 am Hauptbahnhof umbauen. Die Rolltreppen vom Sperrengeschoss am Bahnhofplatz entfallen, stattdessen …
Mega-Umbau der U-Bahn-Haltestelle am Hauptbahnhof München - das ist der Zeitplan
Eltern müssen weiter Privat-Gebühren zahlen - Nun verklagen Kitas die Stadt
Der Dachverband Bayerischer Träger für Kindertageseinrichtungen klagt gegen die Stadt – wegen Ungleichbehandlung. Nach wie vor gibt es für die meisten Eltern, deren …
Eltern müssen weiter Privat-Gebühren zahlen - Nun verklagen Kitas die Stadt
Gleich drei Top-Events an einem Abend: Großes Verkehrschaos in München bleibt aus
Fans mehrerer Sport-Klubs waren am Freitagabend in München unterwegs. Das große Verkehrschaos blieb überraschend aus.
Gleich drei Top-Events an einem Abend: Großes Verkehrschaos in München bleibt aus
Traditionskino droht das Aus - Forderung der CSU könnte Zukunft sichern
Die Zukunft des Filmtheaters Sendlinger Tor ist ungewiss. Der Pachtvertrag soll gekündigt werden, die Kinobetreiber wehren sich. Nun erinnert die Union OB Dieter Reiter …
Traditionskino droht das Aus - Forderung der CSU könnte Zukunft sichern

Kommentare