Höflich wie immer: Willy Bogner bringt das erste Münchner Bewerbungsdokument selbst beim IOC vorbei. Foto: ddp

Olympia 2018: Bogner überreicht Bewerbungs-Dokumente persönlich

München - Show muss sein: Willy Bogner, Chef der Münchner Olympia Mission, bringt das Mini-Bid-Book zum IOC. Der 15. März ist der letzte Abgabetermin. Konkurrent Pyeongchang aber war schon vor ihm da.

Willy Bogner will die Sache selbst in die Hand nehmen. Nicht, dass er der Post nicht trauen würde, aber wer um Olympische Spiele wirbt, der muss Opfer bringen. Und so groß ist dieses ja auch nicht. Die Dienstreise wird den Filmemacher und Sportartikelproduzenten, der auch die Münchner Bewerbung um die Winterspiele 2018 koordiniert, am Montag nach Lausanne in die Schweiz führen. Bogner will dort das „Mini Bid Book“ persönlich beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) abgeben. Pünktlich zum letztmöglichen Abgabetermin.

Der Flug in die Schweiz, den wohl eine große deutsche Airline sponsern dürfte, ist ein weiterer Schritt im Münchner Bewerbungsmarathon um die Spiele 2018. Terminlich exakt sind die Etappen vorgegeben – bis hin zur Entscheidung des IOC am 6. Juli 2011 in Durban. Der 15. März 2010 ist als Einsendeschluss für das Mini Bid Book festgelegt – es ist das erste von zwei Bewerbungsdokumenten, die die Münchner beim IOC einreichen müssen. Der südkoreanische Mitbewerber Pyeongchang legte das Buch gestern in Lausanne vor.

Ziemlich genau 80 Seiten ist das Münchner Dokument dick. Fieberhaft wurde zuletzt daran gearbeitet. Das Werk musste übersetzt werden. Auf den linken Seiten sind die Vorzüge der Münchner Bewerbung in Französich zu lesen, rechts in Englisch. Jürgen Bühl, Prokurist der Bewerbungsgesellschaft, will nicht viel erzählen über das Mini Bid Book. Darf er auch nicht vor Montag. „Es ist so gemacht, dass es was hermacht“, versichert er knapp. Vor ein paar Tagen in Vancouver las er noch zweimal Korrektur. Dann gab er den Druck frei.

Insgesamt 80 Exemplare des Mini Bid Books müssen die Münchner in Lausanne abliefern. Willy Bogner selbst beschränkt sich auf eines, das reicht für nette Fotos. Die Bücher wandern in die IOC-Verwaltung, dort werden sie ausgewertet. Zu lesen ist in dem Werk, dass das Münchner Bewerbungsbudget bei bis zu 3,5 Milliarden Euro liegen wird, dass „beste Klima- und Wetterbedingungen“ für Wintersport herrschen und auch für ausreichend Mehrsterne-Hotels (für Funktionäre) und genügend Betten in Olympischen Dörfern (für Sportler) gesorgt ist. Nicht umhin kamen die Münchner, im Mini Bid Book auch auf Anti-Olympia-Proteste hinzuweisen (s. Kasten).

Voraussichtlich Ende Juni entscheidet das IOC, ob die Stadt München mit ihren Partnern Garmisch-Partenkirchen und Schönau am Königssee von der „Applicant City“, also der Bewerberstadt, zur „Candidate City“, der Kandidatenstadt, wird. Vermutlich werden alle drei Bewerber, also auch Annecy in Frankreich und Pyeongchang, diese Hürde nehmen. Bis 11. Januar 2011 haben diese dann Zeit, das ausführliche Bid Book abzugeben. Dieses wird dann nicht mehr nur 80 Seiten dick sein, sondern 500. Ein Rollköfferchen wäre dann wohl angebracht, sollte Willy Bogner dieses Werk wieder persönlich in Lausanne abgeben wollen.

Matthias kristlbauer

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