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Olympia 2018: Heißer Herbst um Winterspiele

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München - Die Probleme für die Olympiabewerbung reißen nicht ab. Nach den Querelen um Willy Bogner wackelt nun die Zustimmung der Münchner Grünen. Die Partei will nochmals über die Winterspiele abstimmen.

Die nächsten Wochen werden für die Olympiabewerbung ganz entscheidend. Ende September soll der Entwurf des Bid Books der Politik präsentiert werden. Eine Woche später, am 6. Oktober, sollen dann der Stadtrat in München und der Gemeinderat in Garmisch-Partenkirchen entscheiden.

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Nikolaus Hoenning sieht bei den Grünen keine Mehrheit für die Winterspiele.

Spannend dürfte auch der 4. Oktober werden. An diesem Tag nimmt sich die Stadtversammlung der Grünen die Winterspiele 2018 vor. Und sie wird aller Voraussicht nach ein zweites Mal über die Bewerbung abstimmen.

Ob das positive Votum vom letzten Mal dann Bestand hat, bezweifelt Münchens Grünen-Chef Nikolaus Hoenning. Die ökologischen Vorgaben, die seine Partei gemacht habe, würden wohl nicht erfüllt, sagt er. Zudem sei abzusehen, dass die Bewerbung nicht ohne öffentliche Gelder auskomme. „Ich glaube nicht, dass es nochmal eine Mehrheit für die Spiele geben wird“, sagt Hoenning. Auch Bayerns Grünen-Vorsitzender Dieter Janecek kündigt schon einmal einen „heißen Herbst“ an. Er hoffe, dass sich dann „die Reihen der Partei in Bayern komplett schließen“. Auf gesamtbayerischer Ebene hätten die Grünen schon gegen die Winterspiele gestimmt, ebenso die Kreisverbände im Oberland. Nur der Münchner Parteiverband ist bisher noch dafür - und mit ihm die grüne Stadtratsfraktion im Rathaus.

„Total peinlich“ findet Katharina Schulze das. Die Chefin der Grünen Jugend München hat das Bündnis „NOlympia München“ ins Leben gerufen. Am 4. Oktober möchte sie endlich auch die Parteibasis zum Ausstieg aus der Bewerbung bewegen. „Wie es aussieht, werden wir diesen Antrag stellen“, sagt Schulze.

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Dieter Janecek hofft auf ein geschlossenes Votum gegen Olympia.

Auch die Stadtratsfraktion der Grünen, die sich durch den Koalitionsvertrag mit der SPD den Winterspielen verpflichtet sieht, gerät unter Druck. Wenn man die Probleme mit dem Umweltkonzept und den Finanzen nicht in den Griff bekomme, „dann haben wir in der Fraktion ein Problem“, sagt Sadträtin Sabine Krieger - und räumt ein: Allein die Bewerbung ohne öffentliche Gelder zu bestreiten, „wird sicher nicht einfach“.

Derweil feilt die Bewerbungsgesellschaft noch am Bid Book. Man plane die Spiele ohne Zuschüsse der öffentlichen Hand, betont Geschäftsführer Jürgen Bühl. Das Veranstaltungs- und das Investitionsbudget bewegten sich etwa in der Höhe wie im Mini Bid Book. Das sind rund 1,2 Milliarden Euro für die Veranstaltung und zwischen 1,6 und 2,3 Milliarden für Investitionen.

Gut kam die Bewerbung unterdessen im „Bürgerforum“ des Bayerischen Fernsehens weg. Eine Probeabstimmung für einen eventuellen Bürgerentscheid in Garmisch-Partenkirchen ging klar für Olympia aus. Repräsentativ war die Umfrage allerdings nicht.

Matthias Kristlbauer

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