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Olympia-Attentat von 1972: Opfer-Familien wollen nicht zur Gedenkfeier kommen - Bundesregierung reagiert

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Von: Kai Hartwig

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50 Jahre nach dem Attentat während der Olympischen Sommerspiele 1972 in München findet eine Gedenkfeier statt. Die Opfer-Familien bleiben dieser fern.

Update vom 12. August, 13.10 Uhr: Die Bundesregierung hat mit Bedauern auf die Absage der Hinterbliebenen des Olympia-Attentats von 1972 zur Teilnahme an der Gedenkfeier in München reagiert. Man sei bereit zu weiteren Gesprächen, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Freitag in Berlin. „Die Bundesregierung verleiht ihrer Hoffnung Ausdruck, dass ein Weg gefunden wird, damit sich die Hinterbliebenen doch noch entschließen können, an der Gedenkveranstaltung am 5. September teilzunehmen.“ 

Olympia-Attentat von 1972: Opfer-Familien wollen nicht zur Gedenkfeier kommen

Erstmeldung vom 11. August

München – Am 5. September 2022 soll in einer offiziellen Gedenkfeier in München der Opfer des Olympia-Attentats von 1972 gedacht werden. Die Angehörigen der elf israelischen Sportler, Betreuer und Offiziellen, die bei dem Massaker starben, wollen nach Medieninformationen die Veranstaltung zum 50. Jahrestag des Terroranschlags boykottieren.

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Olympia-Attentat von München 1972: Opfer-Familien boykottieren offenbar Gedenkfeier zum 50. Jahrestag

Laut einem Bericht der Bild verfassten Ankie Spitzer und Ilana Romano in Vertretung aller Opferfamilien einen Brief. Die Zeitung zitierte aus dem an Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gerichteten Schreiben: „50 Jahre Schmähung, Lügen, Erniedrigung und Abweisung durch die deutsche Regierung und insbesondere bayerische Behörden sind mehr als genug für uns.“ Schon seit längerer Zeit schwelt ein Streit um Entschädigungszahlungen an die Familien der Opfer, erklärte Spitzer im Gespräch mit dem Spiegel.

Jüngst hatte sich eine mögliche Einigung in dem Konflikt abgezeichnet. Den Familien der Opfer waren weitere Zahlungen in Aussicht gestellt worden. Allerdings hatte Spitzer auch das neue Angebot der Bundesregierung, des Freistaats Bayern und der Stadt München als „Beleidigung“ empfunden.

Im Raum soll eine Entschädigungssumme in Höhe von zehn Millionen Euro gestanden haben. Diese sollte auf die Zahlungen aus den Jahren 1972 und 2002 in Höhe von rund viereinhalb Millionen Euro angerechnet werden.

Mahnmal im Olympiapark in München zur Erinnerung an die Opfer des Olympia-Attentats 1972
Im Olympiapark in München erinnert ein Mahnmal an die Opfer des Olympia-Attentats 1972. © Sven Hoppe/dpa

Olympia-Attentat: Bleibt auch Israels Präsident Herzog der Gedenkfeier zum 50. Jahrestag fern?

Am 5. September 1972 hatten palästinensische Terroristen einen Anschlag auf die Olympischen Sommerspiele in München verübt. Elf Mitglieder des israelischen Teams, darunter Spitzers Ehemann André, und ein Polizist starben.

In München wird derzeit bei zahlreichen Veranstaltungen der Toten und Verletzten gedacht. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung befürchten offizielle Stellen inzwischen eine Absage des israelischen Staatspräsidenten Izchak Herzog bei der zentralen Veranstaltung am 5. September. „Wenn die Familien der Gedenkfeier fernbleiben, wird es auch für den Präsidenten sehr schwierig werden teilzunehmen“, sagte ein mit den Vorgängen vertrauter hochrangiger Regierungsbeamter dem Blatt. (kh mit dpa)

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