Thomas Bach sieht bei den IOC-Geldernnoch „Luft nach oben“. dpa

Olympia: Bach rechnet mit Gewinn

München - Drei Wochen vor dem Entscheid über Olympia 2018 versprüht IOC-Vizepräsident Thomas Bach Zuversicht. Sollte München den Zuschlag für die Winterspiele erhalten, rechnet er mit einem finanziellen Gewinn.

Olympia und das Geld - es ist ein schwieriges Verhältnis. Zumindest bisher. Die 33 Millionen Euro für den dreijährigen Bewerbungsmarathon, die werden die Münchner Olympia-Missionare nicht nur durch Zuwendungen privater Sponsoren decken können, wie sie dies zunächst geplant hatten. Stattdessen werden am Ende die Bewerbungsorte samt Freistaat für einen fehlenden Restbetrag zwischen sechs und sieben Millionen aufkommen müssen - genauer: der Steuerzahler (wir berichteten).

Bei der Organisation der Spiele soll dies nicht mehr passieren. Sprechen sich die gut 100 Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am 6. Juli für München aus, dann sieht die Lage besser aus, meint IOC-Vize Thomas Bach. „Ich gehe fest davon aus, dass beim Olympia-Budget mindestens eine schwarze Null rauskommen würde“, sagte Bach bei einer Pressekonferenz der Landtags-FDP. „Ich rechne sogar mit einer Zahl, die es rechtfertigt, von einem positiven Ergebnis zu sprechen“, erläuterte der Olympier etwas umständlich.

Bachs Zuversicht bezieht sich auf das sogenannte OCOG-Budget, in dem die Kosten und Einnahmen für die Durchführung der Spiele aufgelistet sind. Rund 1,3 Milliarden Euro soll demnach die Veranstaltung kosten. Berechnet man die Inflationsrate ein, sind es 2018 bereits knapp 1,5 Milliarden, die erwirtschaftet werden müssen, soll der Steuerzahler nicht belastet werden.

Den größten Batzen steuert das IOC selbst bei: rund 500 Millionen Euro sind derzeit im Budget eingeplant. Bach sieht hier aber noch Potenzial. Bei der Vergabe der Fernsehrechte durch das IOC an US-Fernsehanstalten seien die Winterspiele 2018 um 200 Millionen US-Dollar höher bewertet worden als die Winterspiele 2014 im russischen Sotschi, sagte Bach. Deshalb sei in den Zuschüssen noch „Luft nach oben“.

Ein zweiter wichtiger Baustein für das Veranstaltungsbudget sind die Zuwendungen durch nationale Sponsoren. Zwischen 400 und 500 Millionen Euro sollen die beisteuern. Auch hier sieht Bach noch ein Polster. Deutschland sei ein „wichtiger Sponsoring-Markt im Wintersportbereich“, betonte der IOC-Vize. Alles in allem sei das Münchner Olympia-Budget „sehr konservativ geplant“. Dies habe auch die Evaluierungskommission des IOC bestätigt.

Eine Herausforderung wäre das Unterfangen aber allemal. Denn bei den jüngsten Winterspielen - 2006 in Turin und 2010 in Vancouver - musste beide Male der Steuerzahler für die Organisation der Spiele mit aufkommen, um ein Budget-Minus zu verhindern.

Für Investitionen muss die öffentliche Hand sowieso zahlen. Rund 1,5 Milliarden Euro sollen im Falle eines Zuschlags in die bayerische Infrastruktur oder in Neubauten investiert werden. Dabei aber würde es nicht bleiben. Kalkuliert man die Inflation mit ein, steigt der Betrag 2018 allein deshalb auf 1,76 Milliarden Euro an.

Matthias Kristlbauer

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