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Olympia: Politik versprüht Zuversicht

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Olympia-Werber: OB Christian Ude (l.) gibt sich entspannt, Bürgermeister Thomas Schmid wird gescholten. Foto: dapd
Olympia-Werber: OB Christian Ude (l.) gibt sich entspannt, Bürgermeister Thomas Schmid wird gescholten. Foto: dapd

München - War da was? Von der Kritik an Winterspielen 2018 wollen die Olympia-Werber nichts mehr wissen. Zuversicht ist angesagt. Wäre da nicht die jüngste Schelte an Garmischs Bürgermeister.

Montag gegen halb drei nachmittags in der Staatskanzlei. Die Gesellschafter und der Aufsichtsrat der Olympia-Bewerbungsgesellschaft haben soeben getagt und den Eckdaten der Bewerbung zugestimmt. Viel Neues zu berichten haben die Herren in ihren dunklen Anzügen nicht. Sie haben aber eine Mission: Zuversicht für Olympia 2018 zu versprühen. „Es ist Rückenwind spürbar, der international trägt und beflügelt“, jubelt Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB). Auch OB Christian Ude (SPD) gibt sich gelöst: „Die Bewerberstadt München ist zum Jahresende entspannter als in mancher Sommerwoche.“

Keine Frage: Die Münchner Olympia-Werber haben die größten Klippen umschifft und richten ihren Blick nach vorne. Am 11. Januar müssen sie das Bid Book beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) abgeben. Am 6. Juli fällt die Entscheidung, wer die Spiele 2018 erhält: München, Pyeongchang in Südkorea oder das französische Annecy.

Die Chancen für die Landeshauptstadt stehen wohl gar nicht so schlecht. „Wir haben Grund zur Zuversicht“, betont Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Nicht zuletzt, weil die jüngste Präsentation der Münchner vor 600 NOK-Mitgliedern aus 205 Ländern in Mexiko allgemein als gelungen gelobt wurde. Auch finanziell dürfte es keine Schwierigkeiten geben, meint Bach. Das 1,3 Milliarden Euro schwere Organisationsbudget, das ohne Steuergelder auskommen soll, werde mit „mindestens einer schwarzen Null“ abschließen, sagt Bach. Die restlichen 1,6 Milliarden seien für Infrastrukturmaßnahmen vorgesehen, „die schon lange gefordert werden“, betont Ude.

Also alles klar mit Olympia 2018? Nicht ganz. Misstöne gibt es abermals aus Garmisch-Partenkirchen, wo so lange um notwendige Grundstücke gefeilscht wurde. Die Vorsitzende des Sportausschusses des Bundestags, Dagmar Freitag (SPD), rüffelt bei einem Besuch im Werdenfelser Land Bürgermeister Thomas Schmid (CSB). „In der Bewerbung hätte mehr Fingerspitzengefühl gezeigt werden müssen. Der Bürgermeister hätte mehr mit den Bürgern und den Fraktionsvorsitzenden der kleinen Fraktionen kommunizieren müssen“, motzt sie. Schmid keilt zurück, „es gibt kaum ein Thema, bei dem so viel kommuniziert wurde“. Bei einer Zustimmungsrate von 66 Prozent in der Bevölkerung, frage er sich: „Wo ist da das fehlende Fingerspitzengefühl?“

Bei aller Zuversicht - manche Ungewissheit bleibt. Winfried Hermann (Grüne), der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, meldet Zweifel hinsichtlich der großen Verkehrsprojekte im Werdenfelser Land an. „Dass alle Maßnahmen durchgehen, dafür bestehen nur begrenzte Hoffnungen. Dazu müssen Sonderregelungen geschaffen werden.“ Bürgermeister Schmid protestiert abermals. „Was im Eckdatenpapier steht, ist Geschäftsgrundlage“, wettert er. Der Wank-Tunnel sei „nicht diskutierbar“. Allein diese Röhre soll rund 120 Millionen Euro kosten.

Matthias Kristlbauer

und Peter Reinbold

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