Abgesagt - aber nicht für immer

München - Das für Neujahr geplante Ski-Weltcup-Rennen am Olympiaberg fällt aus. Es ist bereits das zweite Mal in der noch jungen Geschichte des Parallel-Slaloms in München, dass die Veranstaltung wegen Schneemangels abgesagt werden muss. Trotzdem wollen die Organisatoren am Wintersport in der Stadt festhalten.

Der Olympiaberg ist nicht gerade ein Wintersport-Paradies: Keine 60 Meter hoch ist der 564 Meter über dem Meer liegende Hügel, auf dem Kinder im Winter Schlitten fahren. Trotzdem kam die Weltelite des Skisports 2011 und 2013 nach München, um sich beim Parallel-Slalom auf einer 200 Meter langen Strecke zu duellieren. Jeweils bis zu 22 000 Zuschauer verfolgten die Wettkämpfe, die keine reinen Show-Rennen sind: Die Sportler sammeln dabei Weltcup-Punkte. Hinzu kamen die Zuschauer vor den Fernseh-Bildschirmen.

Auch am 1. Januar 2014 hätte die ARD den Slalom live übertragen, zu dem unter anderem Maria Höfl-Riesch, Viktoria Rebensburg und Ivica Kostelic erwartet wurden. Allerdings haben die Veranstalter in Abstimmung mit dem internationalen Skiverband FIS am Samstag bekanntgegeben, dass das Rennen nicht stattfinden wird. „Durch die warme Witterung und die für uns ungünstigen Vorhersagen haben wir einfach keine Chance mehr, eine wettkampftaugliche Strecke nach internationalem Standard herzustellen“, sagte Frank Seipp, OK-Chef des Weltcups im Olympiapark.

Denn dafür sei eine vereiste Grundlage nötig, auf der die Piste aufgebaut werden könne. Zudem brauche es eine Decke aus frischem Schnee, um mit den Raupen die Oberfläche weltcuptauglich zu präparieren. Beides sei bei den derzeitigen Temperaturen nicht möglich. Die Meteorologen erwarten für die kommenden Tage Temperaturen zwischen zwei und zwölf Grad, Regen, Sonne, aber keinen Schnee. „Wir sind alle sehr enttäuscht“, sagte Ralph Huber, Geschäftsführer der Olympiapark München GmbH.

Bereits 2012 hatte das Weltcup-Rennen wegen Schneemangels nicht stattfinden können, das 2011 Premiere am Olympiaberg hatte. Trotzdem halten die Organisatoren an der Idee fest, den Wintersport in die Stadt zu bringen. „Wir sind uns der Schwierigkeiten bewusst, aber das Rennen ist uns wichtig“, erklärte FIS-Renndirektor Günter Hujara, den unsere Zeitung in Alta Badia beim Riesen-Slalom der Herren erreichte.

Hujara zufolge ist der Parallel-Slalom am Olympiaberg ein „absolutes Highlight“, das „hervorragenden Sport“ zeige. „Es wäre ein dummer Entschluss, das Rennen in Frage zu stellen“, sagte er. „Man kann schließlich nicht vor jedem Problem davonlaufen.“ Dazu neige Deutschland, statt sich Ziele zu setzen. „Das hat man schon am Entscheid über die Olympischen Winterspiele gesehen.“ Lediglich über eine „Terminanpassung“ könne man nachdenken, um günstigere Wetterbedingungen zu haben. „Wobei der 1. Januar grundsätzlich schon ein guter Tag ist. Wir hatten heuer einfach Riesen-Pech.“

Auch Olympiapark-Sprecher Arno Hartung will an dem Wettkampf festhalten: „Wir brauchen Ereignisse mit medialer Ausstrahlung. Insofern hat das Weltcup-Rennen eine wichtige und wertvolle Bedeutung.“ Der Parallel-Slalom sei nicht zuletzt eine Möglichkeit, die Weltelite des Skisports hautnah zu erleben.

Hartung zufolge erleidet die Olympiapark GmbH keinen finanziellen Schaden durch die Absage - trotz der Kosten, die durch die Vorbereitung des Ereignisses entstanden sind: „Das ist über die Versicherung abgedeckt.“ 4000 Tickets wurden nach Angaben Hartungs bislang verkauft. Sie können an den Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden.

Bettina Stuhlweißenburg

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