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München plant: Der Olympiapark der Zukunft

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Die Grünflächen im Münchner Olympiapark sollen erweitert werden. © dpa

München - Die Stadt will den Olympiapark fit für die Zukunft machen - und legt ein Konzept vor, das es in sich hat: Die Grünflächen sollen im Süden erweitert werden. Dafür muss womöglich das Tollwood-Festival weichen.

Neuer Park:

Eine Grafik des künftigen Olympiaparks finden Sie hier.

Weltkulturerbe - dieses Wort verwenden Experten gerne, wenn sie vom Olympiapark sprechen. Zwar hat sich die Stadt nie bei der Unesco um den Titel beworben. Doch verdient hätte ihn der Park nach Meinung Vieler allemal - mit seiner grandiosen Architektur , eingebettet in eine einmalige Landschaft. Nun will die Stadt dafür sorgen, dass der Park diese Qualität auch behält.

Denn es stehen große Veränderungen an. Wenn München den Zuschlag für die Winterspiele 2018 erhält, werden im Olympiapark mehrere neue Sportstätten errichtet. Und auch wenn die Stadt leer ausgeht, gibt es in der grünen Oase einiges zu tun. Denn nicht jede Entwicklung der vergangenen Jahre hat dem Park gutgetan. Das Planungsreferat hat nun gemeinsam mit privaten Planungsbüros ein Konzept für den Park der Zukunft erstellt. Heute soll sich der Stadtrat damit befassen.

Parkerweiterung

Die aufsehenerregendste Nachricht: Die Stadtplaner wollen die Parkflächen erweitern und zusätzliches öffentliches Grün für die Besucher schaffen. Vor allem im Süden des Olympiaparks haben sie dafür geeignete Flächen ausgemacht (in der Grafik: hellgrün). Heute ist dort eine bunte Fülle von Nutzungen angesiedelt: das Tollwood-Festgelände, eine Montessori-Schule, eine Tierklinik und das Theaterzelt „Das Schloss“.

Nichts davon ist für die Planer tabu. So denken sie offen darüber nach, das Tollwood zu verlegen - einen möglichen Standort haben sie im Norden des Parks an der Moosacher Straße ausgemacht. „Die Anbindung mit der U-Bahn wäre ideal“, sagte Planungssprecher Michael Hardi. Allerdings sei dies nur eine Idee. Es sei auch möglich, dass das Tollwood am Standort bleibe, der Festplatz aber schöner begrünt werde. Auch eine Verlagerung der Montessori-Schule und des Theaterzelts müssten zunächst geprüft werden. Was die Tierklinik angehe, habe der Freistaat als Besitzer aber bereits signalisiert, dass er einen Umzug plane, so Hardi.

Klar ist: Erhält München die Spiele 2018, müssen die Planer im Süden neue Grünflächen schaffen. Denn hier sollen das neue Olympische Dorf und das Mediendorf entstehen (violett) Diese Anlagen würden nach den Spielen zu Wohnvierteln werden, deren Bewohner Erholungsräume brauchen. Auch im Nordwesten des Parks können sich die Experten eine Erweiterung des Grüns vorstellen: auf der ehemaligen S-Bahntrasse westlich der Landshuter Allee (grün). Hier könnten auch neue Rad- und Fußwege entstehen.

Neue Sportstätten

Das Sportstättenkonzept für die Winterspiele 2018 steht seit längerem. Drei neue Sportarenen bekommt der Park, falls München den Zuschlag erhält. (blau). Die größte Halle soll auf dem Areal der heutigen „Event-Arena“ am westlichen Eingang des Parks entstehen und 11 000 Zuschauer fassen. Hier würden die Eishockeywettbewerbe der Männer stattfinden. Nach den Spielen könnten hier Hallenballsportarten ausgetragen werden.

Eine weitere Arena mit 7000 Plätzen ist am östlichen Parkeingang geplant, auf dem Areal der alten Eissporthalle. Hier würden die Frauen um Gold im Eishockey kämpfen. Die dritte Halle ist eine temporäre: Sie würde auf dem Campus der TU entstehen - und nach den Spielen abgebaut. Sie soll die Eisschnelläufer beherbergen.

Olympiaturm & Co.

Was passiert mit den Wahrzeichen des Olympiaparks? Auch darüber haben sich die Planer Gedanken gemacht. Unzufrieden ist man mit der direkten Umgebung des Olympiaturms. Die Anordnung der Werkstätten, der Verwaltung und des Parkhauses dort sei „eher ungeordnet“, so Hardi. Hier würden die Planer gerne ordnend eingreifen, womöglich durch Abrisse und Neubauten. Für das Stadion schlagen sie eine zusätzliche Nutzung vor: Unterhalb der Westtribüne könne ein Gesundheitspark entstehen - eine Art Fitnesszentrum für Jedermann.

All diese Pläne sind freilich Zukunftsmusik. Einen Zeitplan gibt es noch nicht. Und einige der Ideen werden wohl erst nach möglichen Spielen 2018 Wirklichkeit.

Johannes Patzig

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