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9000 Kubikmeter Asphalt liegen auf dem Rasen des Olympiastadions. Im Juli soll die DTM durch das Oval rasen. Anschließend kommt Kunstrasen drauf.

Olympiastadion: Abschied vom echten Grün

München- Das Olympiastadion für Motorsport-Rennen asphaltiert. Das echte Grün kommt nicht zurück: Anschließend soll Kunstrasen im Oval verlegt werden.

Der Platzwart des Olympiastadions kann seinen Rasenmäher auf den Müll werfen: Das zarte Grün liegt unter tonnenschwerem Asphalt begraben. Hier wächst nichts mehr. Und das soll auch so bleiben. Die Zeiten des Naturrasens sind vorbei – fast.

Vor zwei Wochen begannen die Arbeiten in dem legendären Oval, 9000 Kubikmeter Asphalt ergossen sich auf den Boden. Warum? Wie bereits im vergangenen Jahr, wird auch heuer die Deutsche Tourenwagen-Masters (DTM) ein „Show-Event“ veranstalten und ihre 500-PS-Boliden über einen winkligen Kurs in der Mitte des Stadions jagen. Obwohl die V8-Motoren erst am 14. Juli losbrüllen, bereitete der Olympiapark wegen seines engen Zeitplans schon jetzt den passenden Boden.

Im vergangenen Jahr trug man den Rasen noch sorgfältig ab und pflanzte ihn später wieder an. Jetzt wurde er einfach zugeschüttet. Irgendwann im August, wenn DTM und „Sommernachtstraum“ vorbei sind, wird es wieder grün – aber ohne Natur. „Wir wollen eine dauerhafte Asphaltdecke mit Kunstrasen“, erklärt Olympiapark-Sprecher Arno Hartung. Das Plastikgrün – geschätzt 800 000 Euro teuer – sei flexibler, könne immer wieder eingesetzt werden. „Bei Konzerten haben wir immer Holzbretter auf den Rasen gelegt“, sagt Hartung. „Anschließend war er zertrampelt und gelb oder matschig.“ An den Schank-Stellen sei es am schlimmsten. „Cola brennt sich richtig in den Rasen ein.“ Diese Probleme dürfte es in Zukunft nicht mehr geben, auch wenn es Nostalgiker schmerzen mag.

Der Naturrasen bekommt noch einen letzten, einen allerletzten Auftritt: Am 17. Mai findet das Champions-League-Finale der Frauen im Oly-Stadion statt – auf echten, grünen Halmen. Damit diese Zeit zum Anwachsen haben, werden sie bereits Mitte April verlegt. Nach dem Finale wird das Grün abgefräst, und die wertvolle Erde geht zurück an den Hersteller. Das war’s dann. Die Ära des Olympia-Rasens ist Geschichte.

Dafür könnte eine neue Ära beginnen: Der DTM-Zirkus 2011 war ein Erfolg, zog 54 000 Motorsport-Fans an. Bislang gehen die Verträge nur bis 2013, doch Hartung hätte die Boliden gern länger zu Gast. Die DTM will sich hierzu noch nicht äußern, spricht bei der Veranstaltung 2011 aber ebenfalls von einem Erfolg. Außerdem sei es der „Wunsch des Vorstandsvorsitzenden, Hans Werner Aufrecht, in naher Zukunft auch Meisterschaftspunkte“ bei dem Rennen in München zu vergeben. Von der Idee müssten aber noch die Hersteller überzeugt werden.

Thomas Schmidt

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