Olympiastadion wird Baustelle

München - Noch während der Cirque du Soleil mitten im Olympiastadion seine Zelte aufgeschlagen hat, beginnt eine spektakuläre Sanierung: Der Rand der Haupttribüne wird komplett erneuert.

Wie berichtet, ist die Sanierung dringend notwendig – sonst würde im Stadion bald Einsturzgefahr bestehen. Dementsprechend ist der Aufwand: Auf der Nordseite der Haupttribüne kann man bereits sehen, was dem Stadion bevorsteht. Dort haben Arbeiter die ersten Baugerüste unterhalb der Ränge errichtet. Bald werden hier noch weit größere Aufbauten in die Höhe wachsen. Denn die Stadtwerke München (SWM) und die Olympiapark GmbH müssen einen besonders heiklen Teil des traditionsreichen Stadions komplett erneuern: den Randbalken.

Dieser 1,20 Meter breite Stahlbetongürtel bildet den obersten Rand der Haupttribüne, an ihm sind die Ränge darunter befestigt. Das Problem: Er ist durch und durch marode – so sehr, dass er abgerissen und neu gebaut werden muss. Schon lange beobachten Statiker mit wachsamem Auge die Stabilität des Balkens. Bislang bestehe noch keinerlei Gefahr, sagen sie.

Bei Veranstaltungen wie Konzerten, sind die obersten Ränge der Haupttribüne aber sicherheitshalber schon seit eineinhalb Jahren gesperrt. „Manche Künstler bringen ihr Publikum ja zum Hüpfen und Tanzen“, sagt SWM-Experte Rainer Borger. „Dadurch könnte der Balken in Schwingung geraten.“ Das wollen die Verantwortlichen keineswegs riskieren – denn bei einem Einsturz würde der Randbalken auch die obersten Sitzreihen mit in die Tiefe reißen.

Nun soll das Problem ein für allemal behoben werden. „Nächste oder übernächste Woche beginnt der Abbruch des Randbalkens“, sagt Borger. Auch ein großer Teil der Pfeiler, auf denen die Ränge der Tribünen aufliegen, werden saniert. Doch Borger verspricht: „Alle Veranstaltungen können trotzdem problemlos stattfinden. „Die Arbeiten werden währenddessen freilich eingestellt.“

Ein kleines Kunststück – denn die Randbalken-Sanierung ist kein einfaches Unterfangen. Die äußerst schweren Elemente des Stahlbetonriegels müssen vor Ort zerkleinert und in kleinen Portionen abtransportiert werden. Parallel wird der neue Randbalken betoniert. Die Arbeiten finden in luftiger Höhe statt. Rund 25 Meter muss das Gerüst auf der Umgriffebene unter dem höchsten Punkt der Haupttribüne in die Höhe wachsen. Dafür haben die Spezialisten eine anspruchsvolle Konstruktion ersonnen: Das Gerüst wird auf einem Brückensystem errichtet, so dass Besucher des Stadions weiterhin darunter durchgehen können.

Und der Cirque du Soleil? „Wir kommen uns nicht in die Quere“, sagt Borger. „Wenn der Zirkus Vorstellung hat, arbeiten wir ohnehin nicht.“

Johannes Patzig

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