Das Team hinter Leerstand089: (v.l.) Lisa Rüffer, Magnus Hartl, Maximilian Heisler und Max Brandl.

Online-Projekt

Leerstand089: Datenbank-Projekt soll der Stadt Druck machen

  • Felix Müller
    vonFelix Müller
    schließen

München - Leerstand trotz Wohnungsnot: Eine Münchner Initiativen ruft dazu auf, nicht genutzte Wohnungen und Wohnhäuser zu melden. Webseite seit gestern online. Was hinter dem Projekt steckt, und wie es funktioniert.

Teuer, teurer, München: Die Mieten in der Landeshaupstadt sind in den vergangenen Jahren explodiert. Stetiger Zuzug verschärft das Problem weiter. Eine Gemengelage, in der wenig die Münchner so sehr ärgert wie dauerhafter Leerstand. Das hat die Stadt-Spitze immer wieder zu spüren bekommen – wenn Leerstand in städtischen Gebäuden bekannt wurde. Künftig könnte es noch ungemütlicher werden. Und das auch für private Hausbesitzer, die Wohnungen leerstehen lassen. Seit gestern ist „leerstandsmelder089.de“ online. Die Seite ist vom Bündnis Bezahlbares Wohnen entwickelt worden. Die Idee dabei: Eine Datenbank zu schaffen, in der der Leerstand in München dokumentiert ist – und so Druck aufzubauen auf alle, die ihn dulden oder Geld damit verdienen.

Früher habe man bei Leerstand beim städtischen Wohnungsamt nachgefragt, was da los sein, sagte Mieter-Aktivist Maximilian Heisler gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. „Und dann wurde gesagt, man könne aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Angaben machen. Das war sehr unbefriedigend.“

Künftig kümmern sich Heisler und seine Leute darum, wenn Münchner ihnen melden, dass Wohnungen oder ganze Häuser leerzustehen scheinen. Heisler will dann recherchieren, was der Grund für den Leerstand ist – und das im Internet dokumentieren. Es gehe nicht darum, Eigentümer an einen Pranger zu stellen, betont er. Man nenne auch keine Namen. „Aber ein bisschen unangenehm dürfte es für manche schon werden.“

Lesen Sie hier: Leerstand089: Das Team hinter dem Projekt im Interview

Auch interessant

Kommentare