Alles nur ein Lügenmärchen

Opfer von angeblicher Horror-Clown-Attacke: So verletzte er sich selbst

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Einige Wochen lang terrorisierten als Horrorclowns verkleidete Menschen im vergangenen Herbst Deutschland. Auch in München gab es mehrere Vorfälle.

München - Der von der Polizei zunächst als „heftigste Attacke“ in der Landeshauptstadt bezeichnete Übergriff eines Clowns auf einen 20-Jährigen in der Halloweennacht im Westpark entpuppte sich jedoch wenige Tage später als Lügenmärchen. Nun hat das Münchner Jugendgericht den jungen Mann wegen des Vortäuschens einer Straftat – und einer zuvor begangenen Sachbeschädigung – zu 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit und vier Tagen Arrest verurteilt.

Dass der 20 Jahre alte Wohnungslose der Polizei überhaupt die Geschichte vom angeblichen Machetenangriff im Westpark auftischte, lag an einem besorgten Busfahrer. Der bemerkte am frühen Morgen des 1. November den am Kopf stark blutenden Fahrgast und verständigte per Funk die Polizei. Die Beamten brachten den 20-Jährigen ins Krankenhaus, wo die Wunde genäht wurde. Anschließend wurde der junge Mann, der in einer Wohnungslosenunterkunft lebt und gelegentlich als Feuerspucker auftritt, vernommen. Offenbar war ihm seine Selbstverstümmelung so peinlich, dass er eine Straftat erfand. Er sei mit Bekannten in der Nähe des Japanischen Pavillons unterwegs gewesen, als unvermittelt ein Horrorclown aus dem Gebüsch gesprungen sei und ihm mit der Machete einen Hieb versetzt habe, erzählte er. Resultat sei die fünf Zentimeter lange Wunde über dem linken Auge gewesen.

In der Verhandlung vor dem Münchner Jugendgericht gab der 20-Jährige zu, sich aus Versehen selbst mit der Machete verletzt zu haben.

Darf ich mich gegen Horror-Clowns wehren?

Rubriklistenbild: © dpa

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