Grün ist die Lieblings-Ampel-Farbe aller Autofahrer. ms

Die optimale grüne Welle ist zu teuer

München - Das Kreisverwaltungsreferat lehnt nach Untersuchungen die aufwändigsten Art der Ampelsteuerung ab.

Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) rät von der höchsten Entwicklungsstufe der „grünen Welle“ ab. KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle (parteilos) weist in seiner Antwort auf eine Anfrage von CSU-Fraktionschef Josef Schmid darauf hin, dass auch eine weniger anspruchsvolle Variante ordentliche Ergebnisse liefere und deutlich billiger sei. Das letzte Wort hat der Stadtrat knapp vor oder nach der Jahreswende.

In München sind derzeit über 180 grüne Wellen mit 1080 Ampelkreuzungen eingerichtet. Die meisten Autofahrer beschweren sich immer wieder, dass sie von den Wellen kaum etwas bemerken, sich aber im Gegenteil von den Ampelschaltungen benachteiligt fühlen. Tatsächlich leiden Querstraßen und und der Gegenverkehr unter der Begünstigung der Fahrzeuge in Wellen-Richtung. Und schließlich bricht auch die beste grüne Welle zusammen, wenn die Straße zu mehr als 80 Prozent belastet ist.

Es gibt drei prinzipielle Unterschiede bei den Wellen-Systemen. Selten geworden sind die Simpel-Programme mit fester Ampelsteuerung und nur einem Programm. Das bringt zeitweise mehr Schaden als Nutzen für den Verkehrsablauf.

Deutlich besser sind Systeme, die zu den verschiedenen Tageszeiten nach Erfahrungswerten das Programm wechseln, weil der Hauptstrom der Autos morgens, mittags oder abends unterschiedlich gerichtet ist.

Die hohe Schule sind Anlagen, die den Verkehrsfluss auf Haupt- und Querstraßen ständig messen und automatisch Programmanpassungen schalten. Die Methode liefert Spitzenergebnisse, bedeutet aber auch hohe Kosten.

Kreisverwaltungsreferent Blume-Beyerle erläutert in seiner Antwort, dass die Verkehrsbehörde auf eine „Optimierung“ der grünen Wellen mit je nach Tageszeit verschiedenen Programmes setzt. Das „dynamische System“, das ständig messe und reagiere, sei spitze, aber aufwändig. Auf den finanziellen Aspekt, also die genauen Kosten, will die Behörde erst bei der Behandlung im Stadtrat näher eingehen.

Am Frankfurter Ring ist die teuerste Variante bereits eingeführt worden. Dabei wurden die durchschnittlichen Wartezeiten um 12,4 Prozent verringert. Die Reisegeschwindigkeit fiel 6,1 Prozent höher aus. Der Preis des Fortschritts: Auf den Querstraßen Lerchenauer-, Schleißheimer- und Knorrstraße musste der Verkehr länger warten. ege

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