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Große Geste: Ottfried Fischer im Februar 2016.

Rückkehr nach Niederbayern

„Es is‘ Zeit“: Otti Fischer sagt München Servus

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Der Schauspieler und Kabarettist Ottfried Fischer kehrt München den Rücken. Seine Schwabinger Wohnung gibt der an Parkinson erkrankte 63-Jährige auf und zieht nach Passau in das Haus seiner Eltern, das derzeit nach seinen Bedürfnissen umgebaut wird.

München - Irgendwie hat es den Niederbayern Ottfried Fischer immer heimgezogen, sagt er. Und da er nun monatelang in der Reha-Klinik Zeit hatte, über seine Zukunft nachzudenken, fasste der beliebte Kabarettist einen Entschluss. „Ich verlasse München und ziehe nach Passau“, erklärt der 63-Jährige gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Und fügt hinzu: „In das Haus meiner Großeltern, direkt in der Altstadt – ich wui einfach wieder hoam. Zur Familie. Es is‘ Zeit.“

Das Leben in der Metropole, zu deren Prominenz er gehört, sei beschwerlich geworden. „Ich brauche die Großstadt nicht mehr“, sagt Fischer. „Und ich will nach diesen schweren Monaten auch was Neues anfangen.“ Es war kein gutes Jahr für den früheren Bullen von Tölz. Anfang März musste Fischer auf die Intensivstation einer Klinik. Wegen einer Blutvergiftung kämpfte der Niederbayer tagelang um sein Leben. „Ich habe einen Kurzurlaub beim Brandner Kaspar gemacht“, war damals sein trockener Kommentar auf Anfrage unserer Zeitung.

Im März dieses Jahres musste der Kabarettist und Schauspieler auf die Intensivstation.

Drei Wochen später ging es in eine Spezialklinik auf Reha. „Und da bin ich jetzt noch immer“, sagt Fischer am Telefon. „Gesundheitlich geht es aber zum Glück steil bergauf. Mein verordnetes Hobby ist der Muskelaufbau – aber bald bin ich wieder frei.“

Bald, das heißt in genau zwei Wochen. Und dann will der Kabarettist auch direkt in die Dreiflüssestadt ziehen. „Erst in eine Mietswohnung. Das Haus meiner Großeltern wird nämlich gerade auf meine Wünsche hin umgebaut – damit ich überall hinkomme.“ Seine große Wohnung in Schwabing gebe er auf „Ich brauche sie nicht mehr. Ich habe München lange Jahre genossen – jetzt ist das vorbei.“

Fischer zieht in Kürze nach Passau.

Vorbei sind allerdings noch nicht Otti Fischers geistige Frische und sein Tatendrang. „Ich wohne ja direkt neben meinem Hochwasser-Museum in der Altstadt. Ich plane schon eine Art Talkshow – ein bisserl Schlachthof, ein bisserl Bühne“, sagt er. „Mehr will ich aber noch nicht verraten.“ Passau sei nicht nur schön, „sondern auch kulturell sehr weit vorne“, schwärmt der Kabarettist. Und das ohne den ganzen Stress der Großstadt. „Ich will jetzt einfach nur noch das machen, was mir Spaß macht.“

Rechts ein aktuelles Bild mit seiner Freundin Simone Brandlmeier.

Die Passauer wird es freuen, dass „ihr Otti“ wieder heimkommt. Erst vergangene Woche bekam er dort einen Preis verliehen: den Titel „Heimatbotschafter des Passauer Landes“ – vom Landrat höchstpersönlich. „Ich freue mich auf den Neustart“, sagt der Kabarettist dem Münchner Merkur. „Nur vor einem hab ich Angst“, fügt er augenzwinkernd an: „Dem Kopfsteinpflaster in der Altstadt. Ich geh’ mich doch so schwer.“ Wer weiß, vielleicht hat die Stadt ja da schon eine Lösung im Auge für ihren baldigen Promi-Bürger.

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