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Auf diesem Parkplatz wurde das Opfer (r.) hingerichtet.

Verteidiger nennt mögliches Motiv

Ottobrunner hingerichtet: Zehn Kugeln aus Rache?

Söll/Ottobrunn - Antonis C. wurde auf einem Parkplatz in Tirol hingerichtet - das brutale Ende einer Beziehungstragödie. Nun wurden weitere grausige Details rund um den Fall bekannt.

Sein Oberkörper war regelrecht durchsiebt – zehn Einschüsse zählten Innsbrucker Gerichtsmediziner, als sie Anfang November die Leiche des unbekannten Mannes obduzierten. Sein lebloser Körper war zuvor auf einem Parkplatz in Söll (Tirol) am Wilden Kaiser entdeckt worden. 

Die Ermittlungen der Kripo führten schnell nach Ottobrunn bei München – und zu einer Tragödie, in deren Mittelpunkt zwei Griechen und eine deutsche Frau stehen: Opfer Antonis C. (31), seine Ehefrau Alexandra M. (31) und Konstantinos P. (28), Alexandras Liebhaber und der mutmaßliche Mörder.

Konstantinos P. wurde inzwischen ausgeliefert.

Nach tz-Informationen ist die Zahl der Schüsse kein Zufall. „Zehn Mal hat mein Mandant die Waffe abgefeuert“, schildert der Münchner Anwalt Georgios Vlachopoulos das Verbrechen. „Das war ein Racheakt.“ Die Anzahl der Kugeln entsprach der Anzahl der Misshandlungen, denen die deutsche Ehefrau des Opfers und Geliebte seines Mandanten in letzter Zeit ausgesetzt gewesen sei. „Er hat die Tat aus Liebe begangen, hoffte auf ein Leben mit dieser Frau“, sagt Anwalt Vlachopoulos der tz.

Der Mord war der Schlusspunkt in einer Tragödie, die in Kreta begonnen hatte. Antonis C. ist in Sivas, einem 500-Einwohner-Dorf im Süden der Insel, aufgewachsen. In Kreta hatte der Grieche auch seine spätere Frau Alexandra M. kennengelernt. „Sie ist Deutsche, wanderte mit ihrer Mutter nach Griechenland aus und lebte dort 15 Jahre lang“, so Anwalt Vlachopoulos.

Kleine Familie zog zum späteren Liebhaber

Alexandra M. sitzt in U-Haft in München.

Wegen der Wirtschaftskrise verließ das verheiratete Paar vor drei Jahren die Insel. Sie zogen mit der gemeinsamen Tochter (6) nach Ottobrunn. Alexandra M. arbeitete in einem Einkaufszentrum im Münchner Stadtteil Neuperlach an einem Info-Stand. Mitunter jobbte sie auch in einer Sportgaststätte. Hier lernte sie Konstantinos P., einen Griechen, kennen. Der 28-jährige Koch freundete sich nicht nur mit Alexandra M. an, sondern auch mit ihrem Ehemann. Weil Alexandras Lohn nicht für eine eigene Wohnung reichte, zog sie mit Mann und Tochter zu dem späteren Liebhaber in dessen Wohnung in Ottobrunn.

Antonis C. tat sich schwer in Deutschland. „Er lebte von Sozialhilfe“, sagt Anwalt Vlachopoulos. Auch ahnte der Kreter nicht, dass seine Frau ihn mit dem Koch betrog. Jetzt stand Antonis C. dem gemeinsamen Glück im Weg. „Die Ehefrau hat meinen Mandanten aufgefordert, C. zu töten“, sagt Anwalt Vlachopoulos. In der Nacht zum 8. November fuhren der Koch und Antonis C. von München nach Söll. Am Parkplatz Steinerne Stiege fielen dann die tödlichen Schüsse. Fünf Tage später wurde der 28-Jährige in München festgenommen, wenig später die Ehefrau des Opfers wegen Beihilfe zum Mord! Am Mittwoch wurde Konstantinos P. nach Tirol ausgeliefert. 

jam

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