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So sehen Paketboxen aus – im Grunde handelt es sich um überdimensionale Briefkästen.

Antrag im Stadtrat 

Packerl-Plan der CSU: Paketbox soll in München Pflicht werden

  • Sascha Karowski
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Wer in einem Mehrparteienhaus wohnt, kennt das Problem: Paketzusteller liefern ihre Fracht gerne nur bei einem Haushalt ab. Der hat dann die Paketflut, die anderen müssen auf die Suche gehen. Die CSU will das ändern – und fordert eine Paketboxpflicht für Neubauten.

Verlorene Pakete, verpasste Lieferungen und genervte Nachbarn: Die CSU im Stadtrat will dem Dauerärger mit den Paketzustellungen Einhalt gebieten. Die Fraktion hat beantragt, dass bei neuen Wohngebieten generell sogenannte Paketboxen aufgestellt werden sollen. Dies könne im Eingangsbereich oder bei größeren Anlagen auch dezentral erfolgen. Dazu soll die Verwaltung mit den üblichen Versanddienstleistern in Verhandlungen treten.

Paketboxen sind im Grunde große Briefkästen. Vorwiegend die Deutsche Post hatte 2013 öffentliche Behälter zur Aufgabe von Päckchen und Paketen eingeführt, die Paketstationen gibt es heute noch an vielen Orten. Der Antrag der CSU sieht allerdings private Boxen vor, die dann einzelnen Mietparteien zugeordnet werden. Die wiederum haben, wie bei einem Briefkasten, einen Schlüssel für ihre jeweilige Box.

Die CSU reagiert mit dem Antrag auch auf den stetig zunehmenden Onlinehandel. Der Logistiker Hermes geht für 2022 von 4,3 Milliarden Sendungen in Deutschland aus. 2017 waren es 3,3 Milliarden. Bei DHL habe sich die tägliche Sendungsmenge in den vergangenen acht Jahren nahezu verdoppelt. Und DPD hat 2017 rund 375 Millionen Pakete transportiert.

„Man mag das mögen oder nicht, aber Online-Bestellungen nehmen stetig zu“, sagt CSU-Fraktionschef und Bürgermeister Manuel Pretzl, auf den der Antrag zurückgeht. „Und mit der Zunahme wachsen die die Herausforderungen einer möglichst nachhaltigen Paketlogistik.“ Paketboxen in Wohnanlagen könnten dazu beitragen, unnötige Zustellversuche und Abholfahrten zu reduzieren. „Das entlastet die Umwelt. Außerdem werden sie den Münchnern schlicht und einfach dabei helfen, Zeit zu sparen.“

CSU-OB-Kandidatin Kristina Frank sagte unserer Zeitung: „Wer kennt es nicht? Lieferdienste blockieren Fahrspuren, um Pakete zuzustellen, die dann doch niemand annehmen kann, weil jeder tagsüber außer Haus ist. Wir brauchen gerade im urbanen Raum neue Konzepte, um die Warenströme sinnvoll zu lenken. Eine moderne Stadt braucht moderne Lösungen -–aber natürlich auch weiterhin den Einzelhandel vor Ort.“

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