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Mit einem kleinen Abschleppgerät ziehen die ADAC-Leute die Cessna über den Flugplatz.

"So was habe ich noch nicht erlebt"

Panne bei ADAC-Flügen: tz-Reporterin war dabei

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München - "So was habe ich noch nicht erlebt", so der Verkehrsbeobachter des ADAC: Ihm ist am Wochenende gleich eine Doppel-Panne unterlaufen, als die tz-Reporterin dabei war.

tz-Reporterin Jasmin Menrad fühlt sich trotz der Probleme sicher beim ADAC-Team.

"Delta-Echo-Echo-Alfa-Alfa“, meldet sich Pilot Thomas Engel (45) bei den Lotsen. „Again low voltage. Battery discharged. Wir schalten den Funk ab und fliegen auf Sicht.“ Dann legt sich die ADAC-Cessna schief in die Kurve, fliegt kurz über das Dreieck Holledau, um auf schnellstem Wege zum Kleinflughafen Landshut zurückzufliegen – kontrollierte Sicherheitslandung heißt das.

Eigentlich wollte Thomas Engel an diesem ersten Feriensamstag mit Verkehrsbeobachter Robert Sandler (67) über den Autobahnen unterwegs sein, um zu sehen, wo und warum es sich staut. Dafür dürfen sie sogar die Mindestflughöhe von 200 Metern unterschreiten. Doch dann hat die ADAC-Cessna eine Panne – und noch eine Panne.

„Ich bin seit 16 Jahren Verkehrsbeobachter, aber so was habe ich noch nicht erlebt“, sagt Sandler. Seit 2000 fliegt der pensionierte Soldat in den Ferien ehrenamtlich als Verkehrsbeobachter. Die Cessna (Baujahr ’79) und den Piloten chartert der ADAC. „Der Pilot schaut nach vorne und ich schaue nach unten“, sagt Sandler. Doch am Samstag müssen alle nach dem Flugverkehr gucken – auch die tz-Reporterin auf dem Rücksitz.

Die beiden Münchner sind oft zusammen unterwegs.

Die zwei Münchner sind oft zusammen unterwegs und machen sich keine Gedanken wegen der leeren Batterie. „Man braucht sie nur, um zu starten und um etwa den Funk am Laufen zu halten. Normal lädt sich die Batterie beim Fliegen wieder auf“, sagt Engel. Um 9.29 Uhr hebt die Cessna ab. Um 10.03 Uhr muss sie landen. „Und das am schlimmsten Stautag des Jahres“, sagt Sandler. Die beiden Männer wollen unbedingt noch mal in die Luft. Einen Ersatzflieger gibt es nicht. Die Cessna ist extra für den ADAC umgerüstet. Mit einer speziellen Telefonanlage hat Sandler Kontakt mit dem mobilen Staustudio des ADAC und Radiostationen. In der Cessna ist es so laut, dass er nicht normal telefonieren kann. Mit einer kleinen Abschlepphilfe wird die Cessna zum Mechaniker gezogen. Der schraubt, gibt Starthilfe und um 11.38 Uhr heißt es: „Ready for take-off. Herrschaften, probieren wir es noch mal.“ In der Cessna ist es so laut, dass die Kommunikation nur über Bordfunk möglich ist. Als die Batterie wieder entlädt und auch ein Reset in der Luft nicht hilft, ist der Bordfunk eines der wenigen Geräte, das anbleiben darf. Um 12.09 landet das ADAC-Team unsanft am Flughafen. Dieses Wochenende bleibt die ADAC-Cessna wegen einer Panne am Boden.

Samstag: Über 1000 Kilometer Stau

„Das war das heftigste ­Reisewochenende des Jahres. Wobei der Sonntag ein wenig ­entspannter auf den Straßen war als der Samstag“, sagt Stefan ­Dorner vom ADAC. Über 1000 Kilometer hat es sich allein am Samstag auf den ­deutschen Straßen gestaut. Auf der A9 von Nürnberg Richtung ­München stockte der Verkehr an der Baustelle zwischen dem Dreieck Holledau und Allershausen (siehe Foto) auf sieben Kilometern. Auch die A 99 Ostumfahrung München war ein Nadelöhr. Und: Vom Irschenberg stockte es runter bis zum Inntaldreieck.

Jasmin Menrad

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