Umweltfreundlicher soll der Stadtverkehr durch die Park&Ride-Anlagen werden (hier die Parkgarage in Fröttmaning). Künftig müssen die Nutzer aber mehr dafür bezahlen. bodmer

Park & Ride wird spürbar teurer

München - Das Pendeln nach München wird ständig teuerer. Nach den Preisen für S- und U-Bahnen steigen jetzt auch die Preise für die Park&Ride-Plätze. Die Betreiber sehen keinen Weg daran vorbei.

Während sich die Preise für U- und S-Bahn alljährlich erhöhen, gab es für Pendler bislang eine beruhigende Konstante: die Gebühren für Münchens Park&Ride-Anlagen. Die Preise der Monats- und Jahreskarten für die Parkplätze an Bahnhöfen sind seit zehn Jahren konstant geblieben. Damit soll es nun vorbei sein: Die Stadt kommt nach eigener Aussage um eine spürbare Erhöhung nicht herum. Monats- und Jahreskarten sollen ab Mai 2010 um rund 13 Prozent teurer werden, Zehnerkarten gar um 44 Prozent.

An 25 S- und U-Bahnhöfen im Stadtgebiet gibt es P+R-Anlagen. Hier sollen die Pendler ihre Autos bequem abstellen können, um umweltfreundlich mit Bus und Bahn in die Innenstadt zu fahren. Rund 7000 Pendler am Tag machen davon Gebrauch, schätzt die städtische Park&Ride GmbH. Das Prinzip: Je näher man am Zentrum parkt, desto teurer wird es. Die Stadt hat daher zwei Preisstufen eingeführt: eine billigere Stufe eins für Parkplätze weiter außerhalb und eine teurere Stufe zwei für die zentraleren Anlagen. Für beide Stufen sollen sich die Preise der Rabattangebote erhöhen.

Vor allem bei der Zehnerkarte (einer Art Streifenkarte fürs Parken) langt die Stadt kräftig hin. Auf Parkplätzen der Stufe eins, etwa am Bahnhof Solln oder am Klinikum Großhadern, zahlte man für die Zehnerkarte bisher 4,50 Euro. Künftig sollen es 6,50 Euro sein. Auf den zentraleren Anlagen, etwa in der Tiefgarage am Heimeranplatz, muss man künftig sogar 13 statt bisher neun Euro berappen.

Moderater fallen die Erhöhungen bei den Monatskarten aus. Auf Parkplätzen der Stufe eins kosten sie künftig 8,50 Euro (bisher 7,50), auf Stufe zwei werden es 17 Euro (bisher 15). Parallel dazu werden die Jahreskarten teurer. Auf Preisstufe eins kosten sie künftig 85 Euro (bisher 75), auf Stufe zwei 170 Euro (bisher 150).

Die Preiserhöhung sei zwingend notwendig, sagte Wolfgang Großmann, Chef der P+R GmbH. Die Einnahmen der Anlagen seien zuletzt in etwa gleichgeblieben, die Kosten – vor allem für Personal und Strom – aber deutlich gestiegen. Mit den neuen Tarifen verliert die Zehnerkarte an Attraktivität, die Monats- und Jahreskarten werden im Vergleich dazu für manchen interessanter. So will die Stadt die Kunden langfristig an das Park & Ride binden. Dass er durch die Erhöhung viele Kunden verlieren könnte, glaubt Großmann nicht. „Die Kunden wissen, dass wir guten Service bieten, der auch etwas wert ist.“

Die gute Nachricht: Eintages-Karten sind von der Preiserhöhung generell nicht betroffen. Und auch für die außerhalb der Stadt gelegenen P&R-Anlagen in Garching und Hallbergmoos ändern sich die Gebühren nicht. Heute entscheidet der Stadtrat über die Erhöhung. Die rot-grüne Mehrheit will zustimmen.

jop

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