Vorsicht Parasiten: Wer im Park sitzt, sollte sich danach auf Zecken untersuchen. Foto: Schlaf/archiv

In den Parks wimmelt es von Zecken

München - Laut einer neue Studie leben die Parasiten nicht mehr nur im ländlichen Raum, sondern häufig auch in städtischen Grünanlagen.

Wenn an diesem überwiegend sonnigen Wochenende Tausende von Münchnern in die städtischen Grünanlagen strömen, sollten sie trotz sommerlicher Temperaturen geschlossene Kleidung tragen. Das rät zumindest das bayerische Landesamt für Gesundheit- und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen, das gerade in einer neuen Studie herausgefunden hat, dass Zecken inzwischen auch vermehrt in städtischen Grünanlagen auftreten.

In neun bayerischen Stadtparks sind die Forscher auf die als Infektionsträger gefürchteten Parasiten gestoßen, teilt das LGL mit. Um welche Stadtparks es sich handelt, will das Landesamt nicht sagen. „Das spielt auch keine Rolle“, sagt eine Sprecherin. „Denn eines steht fest: Es gibt keinen einzigen zeckenfreien Park.“

Bisher hatten die Forscher Zecken vorwiegend in ländlichen Regionen festgestellt. „Wir wollen darauf hinweisen, dass auch Stadtpark-Besucher vorsichtig sein sollten“, sagt die Sprecherin. Während es gegen die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) eine Schutzimpfung gibt, sollte man zum Schutz vor Borrelien Vorsorgemaßnahmen treffen.

Neben dem Tragen von geschlossener Kleidung rät das Landesamt dazu, Insektenabwehrmittel zu verwenden. Diese würden verhindern, dass sich die bis zu vier Millimeter großen Zecken auf menschlichen Hautpartien einnisten. Trotzdem sollte jeder seinen Körper nach einem Ausflug ins Grüne - gleich ob in die freie Natur oder den Stadtpark - sorgfältig nach Zecken absuchen. „Je kürzer der Saugakt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit der Übertragung von Borrelien“, sagen die Experten.

Grundsätzlich sollten Zecken „frühzeitig und so schonend wie möglich“ entfernt werden, um eine Übertragung von Erregern zu verhindern. Das optimale Werkzeug: eine Pinzette oder eine spezielle Zeckenkarte. Zur Not aber, heißt es, gehe es auch mit dem Fingernagel. „Einfach gerade herausziehen“, erklären die Experten. „Die Zecke muss nicht in eine bestimmte Richtung herausgeschraubt werden, wie fälschlicherweise häufig angenommen wird.“

Nach dem Entfernen sollten Betroffene die Einstichstelle desinfizieren und für sechs Wochen beobachten. Bilde sich an der Stelle eine etwa vier Zentimeter große Rötung, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, rät das LGL.

Die jüngsten Erkenntnisse haben die Experten im Rahmen des Forschungsprojekts VICCI gewonnen. In dieser Studie untersucht das LGL gemeinsam mit mehreren bayerischen Universitäten, darunter auch die LMU München, wie sich der Klimawandel auf die Ausbreitung von Infektionskrankheiten auswirkt.

bl

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