„Pater Braun“ als Nothelfer für St. Ursula

München - Schauspieler Ottfried Fischer und andere Prominente helfen, den maroden Turm der Schwabinger Kirche St. Ursula zu retten. Am Dienstag, 2. Februar, gibt es zudem eine Lichtinstallation mit Musik zugunsten der Turmsanierung.

Seit vier Jahren sammelt Pfarrer David Wolfgang Theil Spenden für die aufwändige Sanierung der markanten Backstein-Basilika am Kaiserplatz. Im jährlichen Wechsel gab es dazu Vortrags- und Konzertreihen. Nun steht die Turmsanierung vor der Vollendung, und „zum krönenden Abschluss“, so Theil, wird es eine Gesprächsreihe mit Prominenten geben. „Talk im Turm“ sollen die Benefizveranstaltungen heißen, die der BR-Journalist Markus Tremmel moderiert. Den Auftakt macht am Donnerstag, 11. Februar, der Schauspieler Francis Fulton-Smith, der in der ZDF-Serie „Ihr Auftrag, Pater Castell“ in der Rolle des Paters Simon Castell bereits tief in kirchliche Themen eingedrungen ist. Ihm folgt am Dienstag, 13. April, Ottfried Fischer, als „Pater Braun“ ebenfalls oft im Messgewand zu sehen. Bisweilen, so vertraute er der „AZ“ in einem Gespräch an, sähen ihn sogar echte Pfarrer schon als Amtsbruder. Der Kirche helfe er gerne, weil Kirchen der Heimat gut täten und zur Lebensqualität gehörten. Weitere „Talk im Turm“-Gäste werden Altabt Odilo Lechner (11. Mai) und Gustava Everding, Ehrenvorsitzende des Christophorus-Hospiz-Vereins (22. Juni) sein. Sie alle werden Fragen zu Leben, Glauben und Arbeit beantworten. Dank persönlicher Kontakte, so berichtet Theil, sei es nicht schwer gewesen, die Prominenten zur Mithilfe zu gewinnen.

Der „Schwabinger Dom“, 1897 geweiht, hat Hilfe bitter nötig. Witterung und Taubenkot haben dem Bauwerk zugesetzt, die Stahlglocken, mit denen die im Krieg eingeschmolzenen Bronzeglocken ersetzt wurden, erwiesen sich als zu schwer. 1,2 Millionen Euro wird die laufende Sanierung kosten, 150 000 Euro kommen für neue Glocken und einen Glockenstuhl dazu. Ende 2010, so hofft Theil, werde die Turmsanierung abgeschlossen sein. Drei Viertel ihres Eigenanteils hat die Gemeinde schon aufgebracht. „Uns fehlen noch 100 000 Euro“, sagt Theil.

Die aufzubringen, soll auch die Kunstaktion „Licht an Lichtmess“ helfen. Am Dienstag, 2. Februar, von 21 bis 23 Uhr setzt Künstler Robert Risinger Kuppel, Pfeiler und Bögen des „Schwabinger Doms“ mit farbigem Licht in Szene. Jeweils zur halben Stunde soll es dazu einen „musikalischen Impuls“ geben. Der Aktion geht um 19 Uhr ein Gottesdienst voraus.

Um Spenden wird gebeten, denn mit der Turmsanierung, so betont Pfarrer Theil, sei die Arbeit nicht getan. Auch die große Kuppel ist dringend sanierungsbedürftig. Alles in allem wird es vier bis fünf Millionen Euro kosten, das Baudenkmal am Kaiserplatz fit für die Zukunft zu machen.

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