Pläne werden konkreter

Das Paulaner-Areal bekommt ein Gesicht

München - Die Pläne für das Paulaner-Areal werden konkreter. Jetzt stehen die Gewinner der ersten Planungsphase fest. Auch die ersten Entwürfe für das neue Verwaltungsgebäude an der Ohlmüllerstraße sind ab heute in einer Ausstellung zu sehen.

Der Denkmalschutz sei „nicht ganz glücklich“ mit dem Vorschlag, räumte Stefan Schmale von Paulaner gestern bei der Präsentation des neuen Verwaltungsgebäudes an der Ohlmüllerstraße ein. Der dortige „Zacherlbau“ wird seit dem Krieg nicht mehr genutzt. Wenn die Paulaner-Produktion eines Tages an den Stadtrand nach Langwied gesiedelt ist, sollen in der Au immer noch 250 Mitarbeiter aus Verwaltung und Vertrieb arbeiten - in einem Neubau, der hinter die historische Fassade gesetzt wird. Von außen wirken der dritte und vierte Stock des Entwurfs, der im Wettbewerb den ersten Platz machte, wie ein neues Bürogebäude. Das Münchner Architektur-Büro Hierl hat sich außerdem für ein Flachdach entschieden. „Wir wollen zurück zu unseren Wurzeln“, sagt Schmale. „Und wir wollen keinen Prunk- oder Protzbau. Das passt nicht zum Münchner Lebensgefühl.“

Die Frage, wie gut die großen Neubau-Areale auf den frei werdenden Firmenflächen ins Lebensgefühl der Au passen, treibt die Bürger im Viertel seit langem um. Aufwendig versuchen die Verantwortlichen, sie in die Entscheidungen einzubinden. So wurden jetzt zum Abschluss einer ersten Phase von einem Preisgericht für alle drei Areale mehrere Vorschläge ausgewählt. Ab sofort werden diese Entwürfe in den „Welfen-Höfen“ ausgestellt, am 13. April sollen sie in einem Bürger-Workshop diskutiert und dann von den Architekten noch einmal überarbeitet werden. Im Juni werden vom Preisgericht die endgültigen Sieger ausgewählt.

In der Verwaltung ist man stolz auf das Verfahren. „Die Bürger sind gewissermaßen auch Bauherren ihres Stadtteils“, sagte Stadtbaurätin Elisabeth Merk (parteilos). Die Vorschläge der Bürger würden ernstgenommen - und seien schon eingeflossen. „Zum Beispiel der Wunsch nach einer Tiefgarage - oder dass die Isarhangkante nicht zu hoch bebaut wird“, sagte Jürgen Büllesbach, Geschäftsführer der Bayerischen Hausbau. „Mit wenigen Ausnahmen haben die Architekten sich an diese Wünsche gehalten.“

Das größte der drei Areale ist das Teilgebiet Regerstraße mit 5,1 Hektar. In dem gemischten Gebiet soll neben Wohnen vornehmlich in den Erdgeschossen eine Mischung aus Kindertagesstätten, Gewerbe und Einzelhandel entstehen. Hier ist auch ein Quartierspark geplant. Im Teilgebiet Welfenstraße sollen Gewerbe und Einzelhandel nur in den Erdgeschossen zur Straße hin entstehen. Hinter der neuen Verwaltung soll in Richtung Falkenstraße das dritte Teilgebiet entstehen mit Wohnungen und mit Einzelhandel in den Erdgeschossen. Die jetzt zur Diskussion stehenden Vorschläge unterscheiden sich in grundsätzlicher Hinsicht - und das auch auf den einzelnen Arealen. Teilweise schlagen sie eine Blockbebauung vor, teilweise mehrere offenere Höfe. „Das hat den Vorteil der Kleinteiligkeit“, sagt Büllesbach über einen Entwurf, „aber dafür sind die öffentlichen Flächen nicht mehr als Park wahrnehmbar.“ Auch in der Anzahl der Geschosse unterscheiden sich die Entwürfe - und in der Frage, ob es Türme geben soll.

Insgesamt soll auf dem Areal Wohnraum für 3000 Menschen entstehen, darunter 30 Prozent geförderte Wohnungen - und das an prominenter Stelle mitten in der Stadt. „Die Entscheidungen sind wichtig, weil der Nockherberg nicht irgendein Hügel in München ist, sondern der Nabel der Welt“. witzelte OB Christian Ude (SPD). „Das sehen nicht alle so - aber manche.“ Es gehe um das Gesicht der Au, die Isarhangkante, und „eine Vielzahl von Gebäuden, die den Stadtteil prägen werden.“

Ausstellung der Entwürfe

Ab sofort und bis zum 12. April können die Münchner sich ein Bild von den Entwürfen zu den drei Paulaner-Teilgebieten machen. Bei freiem Eintritt dienstags und donnerstags von 15 Uhr bis 19 Uhr und sonntags von 14 Uhr bis 18 Uhr in den Welfenhöfen, Welfenstraße 22, zweiter Stock.

Von Felix Müller

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