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Warten auf den Zug: Andreas Schwalmberger zählt zu den Tausenden Pendlern, die täglich auf die Münchner S-Bahnen angewiesen sind.

Herbe Kritik an aktuellen Projekten

Bahn-Ärger: Dieser Pendler verbrachte 2018 schon fast acht Stunden auf Bahnsteigen

Andreas Schwalmberger pendelt täglich mit der S-Bahn nach München. Dabei hat er schon so manches Zug-Chaos mitgemacht. Die genauen Wartezeiten dokumentiert der Projektmanager mittlerweile.

München - Siebeneinhalb Stunden hat der Maschinenbauingenieur und Projektmanager Andreas Schwalmberger (35) in diesem Jahr bereits am Gleis gestanden und auf die verspätete S-Bahn gewartet. Er ist seit elf Jahren Pendler und fährt täglich mit der S7 zwischen Wolfratshausen und dem Isartor hin und her. Nahezu täglich erlebt er Zug-Chaos und öfter auch mal Komplettausfälle. Schwalmberger dokumentierte auf die Minute genau jede Panne und die Gründe: Weichen–, Signal- und Bahnübergangsstörungen, dazu das Wetter und die Temperatur.

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Der Höhepunkt der Ärgernisse - es war der 6. März. Schon morgens war Schwalmberger zwölf Minuten zu spät dran. Abends kamen weitere elf Minuten Verspätung hinzu, die sich rasch um weitere 38 Minuten erhöhten, weil er in Baierbrunn aussteigen musste und sich dort dann abholen ließ. Der Grund: Störung am vorausfahrenden Zug. Nichts ging mehr. Oder war die Strecke nicht eher überlastet? Da gingen die Darstellung bei Zugansage bzw. App-Meldung auseinander.

In unserem Ticker haben wir alle wichtigen Ereignisse und Aussagen vom S-Bahn-Gipfel am Donnerstagabend im Pressehaus zusammengefasst.

„Bahn soll banalste Technik in Griff bekommen“

Schwalmbergers Wunsch: „Ich hätte gern, dass die Bahn zuerst mal die banalste Technik in den Griff bekommt. Da werden Milliarden für den Gleisbau ausgegeben. Aber ein neues Stellwerk ist nicht drin?“ Bernd Pfeiffer, Leiter der Großprojekte für den Bahnausbau München, antwortete ihm: „Wir haben dieses Geld einfach nicht, um das anders hinzubekommen.“ Ersatzerneuerungen und Ausbauprogramme seien zwei separate Töpfe mit jeweils begrenztem Budget. Schwalmberger findet das „amüsant“: „Dass das nicht einfach ist, ist mir aber schon klar.“

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Er selbst arbeitet seit sechs Jahren im Projektmanagement und hat jahrelang Schadensbegutachtungen und Machbarkeitsstudien erstellt. „Eine Schranke und ein Signal müssen einfach funktionieren“, schimpft er. „Es ist unfassbar, dass man sich nicht um konkrete Dinge kümmert und stattdessen einen zweiten Tunnel baut.“ Was mit Großprojekten passiere, sehe man etwa beim Berliner Flughafen. „Mäuse, die Kabel anknabbern, Vögel, die durch Leitungen fliegen - wieso kriegt man sowas nicht gelöst?“

Sein Verdacht: „Die Planung geht in die falsche Richtung.“ Es gehe um Sicherheit, Zuverlässigkeit. Nicht um Zugerweiterungen, Verschönerungen und vor allem nicht um eine zweite Stammstrecke.

In unserem News-Ticker finden Sie alle wichtigen Informationen über Störungen auf Münchner Bahnstrecken.

Kathrin Braun

Nutzen Sie die Gruppe Ihrer S-Bahn-Linie auch, um sich und andere darüber zu informieren, bis wann ungefähr mit Zug-Ausfällen und -Verspätungen zu rechnen ist. Hier gelangen Sie zur Liste aller S-Bahn-Gruppen.

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