Pendler Chaos München
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Warten auf die S-Bahn: Die Bahnsteige waren am Donnerstag mal wieder völlig überfüllt (Archivbild).

Donnerstag ging nichts mehr

Pendler-Chaos: So rechtfertigt sich die Bahn

München - Geduld, sehr viel Geduld brauchten tausende Pendler am Donnerstag, weil auf der Stammstrecke mal wieder absolutes Chaos herrschte. Die Fahrgäste sind sauer - die Bahn versucht, sich zu erklären.

Tausende Pendler mussten am Donnerstagabend große Geduld aufbringen. Weil sich unabhängig voneinander dreimal Personen im Gleisbereich befanden, kam es auf allen S-Bahnlinien zu großen Verspätungen. Zunächst musste gegen 18.10 Uhr die Stammstrecke zwischen Pasing und Laim komplett gesperrt werden. Als die Strecke um 18.30 Uhr wieder freigegeben wurde, ging der nächste Alarm ein: Dieses Mal bemerkte ein Lokführer nahe der Hackerbrücke einen Mensch auf den Gleisen. Schließlich fiel nach Angaben von Bahn-Sprecher Bernd Honerkamp um 19 Uhr am Rosenheimer Platz eine Person auf die Bahngleise. Zu Schaden kam nach Angaben Honerkamps niemand.

Allerdings gerieten die Fahrpläne der S-Bahnen komplett durcheinander. Mitten im Berufsverkehr saßen zahlreiche Fahrgäste teilweise eine Stunde fest, wie zu hören war. Die Bahnsteige im Zentrum Münchens waren überfüllt. Die Vielzahl der Wiesnbesucher verstärkte das Chaos. Bis 20.50 Uhr mussten Teile der Stammstrecke immer wieder gesperrt werden. Honerkamp räumte ein, dass die Auswirkungen bis 23.30 Uhr zu spüren gewesen seien.

Fahrgäste kritisierten, dass die Bahn unzureichend über die Verspätungen informiert habe. Honerkamp verteidigt sich: „Es ist schwer, verlässliche Durchsagen zu machen, wenn mehrmals hintereinander an verschiedenen Bahnhöfen Menschen auf die Gleise laufen.“ Er glaube nicht, dass jemand länger als eine halbe Stunde habe warten müssen.

Um das System zu entlasten, entschloss sich die Bahn am Donnerstagabend, die S1 Freising/Flughafen vom Hauptbahnhof (Gleis 27 - 36) ohne Halt bis nach Moosach verkehren zu lassen. Die Linie 6 Tutzing verkehrte ohne Halt vom Hauptbahnhof bis nach Pasing und fuhr erst ab 21.30 Uhr wieder planmäßig. Die S1 konnte erst nach 22 Uhr wieder planmäßig verkehren.

Klaus Vick

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