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Fabian Eckert (li.) und Florian Pachaly schaffen Abhilfe.

Ab 2017 wohl in München

Pfand- statt Pappbecher: So funktioniert das ReCup-System

München - Wahnsinn: 2,8 Milliarden Kaffeepappbecher wandern in Deutschland jährlich in den Müll. In vielen Städten gibt es bereits Versuche, als Gegenmittel ein Pfandbechersystem zu etablieren. 2017 ist es voraussichtlich auch in München so weit.

Es hat schon einen gewissen Wohlfühlfaktor: Unterwegs beim Bäcker vorbeischauen und sich mit einem Mitnehmkaffee stärken. 70 Prozent der Deutschen machen das. Mit enormen Konsequenzen: 40 000 Tonnen Müll entstehen so jährlich, sagt die Deutsche Umwelthilfe. In Freiburg, Tübingen, Hamburg und Rosenheim gibt es bereits Pilotprojekte für ein Pfandbecher-system – nun ist auch München dran.

Zum einen hat die Stadtratsfraktion der Grünen Anfang Dezember beim städtischen Abfallwirtschaftsbetrieb (AWM) einen Antrag gestellt. Zum anderen plant die Firma ReCup, die das Pfandbecherprojekt in Rosenheim verantwortet, im Frühjahr 2017 nach München zu expandieren.

Coffee-to-go-Becher als Reisenproblem

Bis die Stadt sich einbringt, könnte es aber noch dauern. „Wir sehen, dass die Coffee-to-go-Becher ein Riesenproblem sein können“, sagt AWM-Sprecher Günther Langer. „Wir brauchen aber eine Lösung, die langfristig tragfähig ist.“ Welche das sei, gelte es 2017 herauszufinden. „Wir wollen mit allen, die sich diesbezüglich engagieren, Gespräche führen.“ Das dauere wohl bis zum Sommer.

Möglicherweise hat ReCup dann bereits in München Fuß gefasst. „Wir haben extrem viele Anfragen von Cafés aus München bekommen“, verrät Florian Pachaly, Mitgründer des Zweimannunternehmens. Das sei auf ihren Erfolg in Rosenheim zurückzuführen. „Dort funktioniert es so gut, dass viele Cafés uns die Mehrwegbecher gar nicht mehr zurückgeben wollen, wenn die Testphase beendet ist.“ 4000 Mehrwegbecher hat ReCup herstellen lassen. Sie bestehen aus Polypropylen, sind spülmaschinenfest, lebensmittelecht und können bis zu 500-mal verwendet werden.

25 Cafés aus Rosenheim nutzen die Becher aktuell. Ketten wie „Starbucks“ machen nicht mit. „Das liegt daran, dass sie ihre Becherherstellung zentral steuern. Außerdem waren sie skeptisch, was den Spülaufwand betrifft.“

So funktioniert das ReCup-Prinzip

Für den Kunden ist das Prinzip simpel: Wer bei einem ReCup-Partner den Kaffee im Mehrwegbecher kauft, zahlt einen geringeren Preis plus einen Euro Pfand. Den Euro bekommt man wieder, sobald man den Becher bei einem der teilnehmenden Cafés zurückgibt. Dort werden die Becher gereinigt und wieder eingesetzt. Nur kaputte oder stark verunreinigte Becher werden weggeschmissen und recycelt.

Die Rosenheimer Testphase endet nun. Dann wollen Pachaly und sein ReCup-Partner Fabian Eckert Bilanz ziehen und ihre Expansion planen. Mehrere Münchner Cafés und eine Tankstellenkette sind interessiert. Für Grünen-Stadträtin Sabine Krieger ist es „eine Chance für München“. 

Marian Meidel

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