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Mit grüner Farbe markiert das Baureferat die Bäume, die demnächst wegmüssen, erklärt Bezirksmeister Stephan Christen auf einer Führung . Das „F“ steht für Fällung.

Stadt muss wieder fällen 

Pilze machen Isar-Bäume krank

München - 259 Bäume fällt das Baureferat diesen Winter an der Isar – deutlich mehr als letztes Jahr. Pilze machen den Bäumen zu schaffen und auch dem Hochwasserschutz stehen sie im Weg.

Ein großes grünes „F“ besiegelt das Schicksal der Esche – „F“ für Fällung. Denn auch wenn man es dem Baum auf den ersten Blick nicht ansieht, ist er krank. Stamm und Wurzeln werden langsam von einem Pilz zersetzt. „Wenn das fortschreitet, reicht ein leichter Wind, und der Baum fällt um“, erklärt Gudrun Kloos vom Baureferat. Da das für Spaziergänger extrem gefährlich werden könnte, muss der Baum an der Isar weg.

Die Esche ist einer von 259 Bäumen, die das Baureferat bis Februar am Ufer zwischen Maximilians- und Großhesseloher Brücke fällen lässt. 114 waren es noch im vergangenen Jahr. Das hat mehrere Gründe. Zum einen macht das sogenannte Eschentriebsterben den Eschen an der Isar zu schaffen. Verantwortlich ist das sogenannte Falsche Weiße Stengelbecherchen, ein Pilz, der aus Asien kommt und dafür sorgt, dass der Baum von den Trieben her abstirbt. „Seit 2010 finden wir den Pilz auch in München vermehrt“, so Kloos. Ist ein Baum erst einmal mit dem asiatischen Pilz infiziert, befallen schnell auch andere Pilze Wurzeln und Stamm. Die Standsicherheit ist gefährdet. Auch Borkenkäfer und der heiße Sommer 2015 haben einigen der Bäume in den Isarauen stark zugesetzt.

Doch auch gesunde Bäume muss das Baureferat am Flussufer entfernen. Beispielsweise einige Weiden im Hochwasserbett. Die wild wachsenden Bäume dürfen nicht älter als drei Jahre werden, sonst sind sie nicht mehr biegsam genug. Im Falle eines Hochwassers könnte sich Treibholz in ihnen verfangen und den Wasserablauf behindern.

Häufige Ursache für Abholzungen sind Pilzerkrankungen der Stämme, wie hier der Brandkrustenpilz. 

Um die Bevölkerung über die Maßnahmen in den Isarauen zu informieren bietet das Baureferat seit einigen Jahren Führungen an. Dabei erklären Vertreter der Behörde ganz genau, warum Baumfällungen nötig werden und wie sie ablaufen. Denn viele Bürger sorgen sich um die Natur. „Wir bekommen häufig Anfragen und auch Beschwerden zu den Baumfällungen, die wir machen“ erklärt Kloos. Häufig basiere das auf Fehlinformationen. Dabei nimmt das Referat Abholzungen nicht auf die leichte Schulter. Mehrere Begehungen und Gutachten gingen einer Fällung voraus und auch mit den Bezirksausschüssen und der Naturschutzbehörde stimme man sich regelmäßig ab.

Lange dauert es in den Isarauen übrigens nicht, bis ein gefällter Baum wieder ersetzt ist. Zwei bis drei Jahre, schätzt das Baureferat, braucht die Natur, um die kahle Flächen wieder mit einem neuen Baum aufzufüllen.

Annika Schall

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