50 Fälle in München seit Anfang Mai

Neue Betrugsmasche am Telefon: Falsche Polizisten zocken Rentner ab

München - Eine neue Betrugsmasche am Telefon trifft derzeit haufenweise Rentner in München. Die Täter geben sich als hilfsbereite Polizisten aus, führen aber Böses im Schilde.

Die Münchner Polizei warnt vor einer neuen Betrügermasche am Telefon, mit der dreiste Abzocker Rentner um ihr Geld bringen. Eine Giesingerin (88) ist auf den Trickbetrug schon reingefallen und verlor 8000 Euro ihres Ersparten. Bei weiteren 50 Münchner Rentnern versuchten die Täter seit Anfang Mai ihr Glück, so die Polizei in einer Pressemeldung.

Die Täter geben sich am Telefon als Polizisten aus und berichten, dass in der Nähe der Wohnung des Angerufenen eingebrochen worden sei. Einer der Einbrecher sei festgenommen worden und bei ihm sei ein Notizbuch mit der Adresse des Angerufenen gefunden worden - es sei deshalb sehr wahrscheinlich, dass auch dort bald eingebrochen wird. Obendrein gebe es einen Mittäter bei der Bank, weshalb Bankmitarbeitern auf keinen Fall vertraut werden dürfe. Nebenbei fragen die Betrüger die Senioren am Telefon geschickt über Vermögensverhältnisse, Wertgegenstände und Kontodaten aus.

Nachdem den Rentnern auf diese Weise Angst einjagt wurde, erklären die Trickbetrüger, wie sie sich angeblich schützen können: Die Senioren werden aufgefordert, ihr gesamtes Geld von der Bank abzuheben und mit Hilfe von Zahlungsdienstleistern ins Ausland zu übermitteln. Dies geschieht durch betrügerische, professionalisierte Call-Center im Ausland. Oft wird jedoch auf dem Telefon der Opfer die Nummer die Notrufnummer 110 oder die Telefonnummer einer Polizeiwache angezeigt. Dies sei jedoch eine Fälschung, schreibt die Polizei, weshalb der Nummer auf dem Telefondisplay auf keinen Fall vertraut werden dürfe. In anderen Fällen schlugen die Täter auch vor, das Geld persönlich anzuholen, um es in "Sicherheit" zu bringen - in Wahrheit aber natürlich zu klauen.

In mindestens einem Fall waren die Betrüger laut Polizei erfolgreich: Eine 88-Jährige aus Giesing fiel auf eine falsche Polizeibeamtin herein, nachdem diese sie über mehrere Tage hinweg angerufen und ihr eine Geschichte nach geschildertem Muster aufgetischt hatte. Die Giesingerin überwies knapp 8000 Euro über Zahlungsdienstleister in der Türkei.

mm/tz

Rubriklistenbild: © Symbolbild (dpa)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gedenken an Nazi-Opfer: Stadt München muss Stolpersteine nicht erlauben
Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat entschieden: München muss auf seinen öffentlichen Straßen und Plätzen keine Stolpersteine zum Gedenken an Nazi-Opfer zulassen.
Gedenken an Nazi-Opfer: Stadt München muss Stolpersteine nicht erlauben
Bald kostenloses WLAN an Trambahnhaltestellen
Schon bald sollen Münchner an den MVG-Trambahnhaltetsellen kostenlos im Internet surfen können. An einigen Stationen stehen bereits jetzt WLAN-Hotspots zur Verfügung.
Bald kostenloses WLAN an Trambahnhaltestellen
Rockavaria-Veranstalter enthüllt weitere Acts: Diese Künstler treten auf
Im Juni 2018 werden sich einige musikalische Größen auf dem Münchner Königsplatz die Klinke in die Hand geben. Nun nimmt das Line-Up für das Rockavaria-Festival weitere …
Rockavaria-Veranstalter enthüllt weitere Acts: Diese Künstler treten auf
Marx widerspricht Papst: Vaterunser soll nicht geändert werden
Die katholische Kirche in Deutschland will an der vom Papst kritisierten Übersetzung des Vaterunser-Gebets festhalten.
Marx widerspricht Papst: Vaterunser soll nicht geändert werden

Kommentare