Polizei zieht Wiesn-Bilanz

- Weniger Sexualdelikte, mehr Diebstähle

Eine "zufriedenstellende Bilanz" hat Polizeisprecher Peter Reichl am letzten Tag des Oktoberfests gezogen. Die knapp 250 Polizei- und Kriminalbeamten der Wiesnwache hätten bis gestern an 15 Tagen bei 1581 Einsätzen zwar 11,65 Prozent häufiger eingreifen müssen als im Vorjahr. "Das lag aber vor allem am deutlich gestiegenen Besucheraufkommen", sagte Reichl.

Als sehr positiv wertete Reichl den Rückgang der Vergewaltigungen von sechs im Vorjahr auf zwei in diesem Jahr. Reichl: "Offensichtlich zeigt die Aufklärungsaktion der Münchner Polizei mit 13 000 verteilten Plakaten Wirkung." Durch die in den Toiletten angebrachten Warnungen, nicht mit jedem Fremden mitzugehen, seien die Frauen "augenscheinlich sensibilisiert" worden.

Auch die Zahl der verletzten Polizisten sank nach Angaben des Sprechers von elf im Vorjahr auf zwei in diesem Jahr.

Deutlich gestiegen ist hingegen die Zahl der Anzeigen - um 34,06 Prozent auf 1980, wie Reichl mitteilte. Sogar fast verdoppelt hätten sich die Festnahmen und die so genannte Unterbringung zur Ausnüchterung. Beides sei darauf zurückzuführen, dass in diesem Jahr auf dem Oktoberfest mehr Polizisten häufiger kontrolliert hätten.

Als "besonderen Erfolg" sieht Reichl den Einsatz von elf Videokameras in diesem Jahr. Mit ihrer Hilfe und dank einer "immer professionelleren Bediener-Mannschaft" habe man in diesem Jahr 79 Täter festnehmen können - im Vergleich zu sieben im Vorjahr. Nahezu identisch blieb die Zahl der Körperverletzungen: 353 statt 337.

Zugenommen haben der Bilanz zufolge die so genannten einfachen Diebstähle und der Drogenbesitz auf dem Oktoberfest. Während die Zahl der Taschendiebstähle um mehr als 40 Prozent von 787 (2002) auf 1114 (2003) stieg, wurden 225 Besucher mit Drogen erwischt - im Vorjahr waren es nur 122 gewesen.rös

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