Münchens Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer.Foto: dpa

Polizeipräsident fordert strenges Schnapsverbot

München - Um Gewalttaten zu reduzieren, will sich Wilhelm Schmidbauer für ein Verbot von Hochprozentigem in Gaststätten ab Mitternacht stark machen.

Am Montag nach dem Start der Kampagne „Cool bleiben - friedlich feiern“ zieht Münchens Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer eine positive Bilanz - und denkt gleichzeitig laut über ein Schnapsverbot in Gaststätten ab Mitternacht nach.

„Wenn die Zahl der Gewalttaten im Zusammenhang mit Alkohol nicht zurückgeht, müssen wir über schärfere Maßnahmen nachdenken“, so Schmidbauer. Seit Jahren steige die Zahl der durch Alkohol verursachten Gewaltdelikte. Eine Möglichkeit, diese Entwicklung einzudämmen, sei ein Schnapsverbot nach Mitternacht - für alle Clubs, Bars und Lokale.

Ein solches Verbot dürfte freilich schwer umzusetzen sein. „Das ist kein praktikabler Weg“, sagt Daniela Schlegel, Sprecherin des Kreisverwaltungsreferats (KVR). Flächendeckende Verbote sollten grundsätzlich vermieden werden, weil darunter auch viele Gaststätten leiden müssten, in denen es nie zu Gewalttaten komme. Die Schmidbauer-Idee sei deshalb eher als „Denkanstoß“ zu werten.

Gängige Praxis sind aber bereits individuelle Betretungsverbote. Wenn die Polizei einen Störenfried aufgreift, kann sie für ihn beim KVR ein solches Verbot beantragen. Das gilt dann ein Jahr lang zwischen 22 und 7 Uhr für die Feiermeile vom Maximiliansplatz bis zum Sendlinger Tor. Der Betreffende darf sich dort weder in den Clubs noch auf dem öffentlichen Grund aufhalten. Bei Missachtung wird ein Bußgeld von 500 Euro fällig.

Schmidbauer hat aber noch mehr Ideen. Der Koalitionsausschuss berate derzeit über die Möglichkeit für Kommunen, ein Verbot von Alkoholkonsum auf bestimmten öffentlichen Plätzen zu verhängen. Im Sommer könnte das in Kraft treten - laut Schmidbauer auch für München eine Möglichkeit, das Vorglühen in der Nähe von Clubs einzudämmen.

Die Kampagne „Cool bleiben - friedlich feiern“ ist eine Aktion von Polizei, KVR und den Betreibern der Clubs auf der sogenannten „Feierbanane“ zwischen Maximiliansplatz und Sendlinger Tor. Nach und nach zogen viele Clubs an diesen Straßenabschnitt, wodurch auch die Zahl der Straftaten stieg. Im Zuge der Kampagne wird gegen Störenfriede ein Hausverbot verhängt, das dann für alle teilnehmenden Clubs gilt. „Wir sind sehr froh, dass so viele Clubbetreiber bei der Kampagne mitmachen“, so Schmidbauer.

Moritz Homann

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