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Rainer Hoffmann vor wenigen Monaten (l.) und auf einem Polizeifoto

„Er war der große Boss, der King!“

München - Die Polizei ist sich sicher: Rainer Hoffmann (40) hat Dirk von Poschinger Camphausen ermordet. Der Verdächtige schweigt, dafür schildert seine Ex-Frau ihr Leben mit dem mutmaßlichen Killer.

Zwischen den beiden Bildern dieses Mannes liegen nur wenige Monate: Das eine zeigt den mutmaßlichen Mörder Rainer Hoffmann so, wie er sich am liebsten sah: Erfolgreich, selbstbewusst, stets ein Lächeln auf den Lippen. Das andere Foto machte die Polizei. Und das

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zeigt einen ganz anderen Rainer Hoffmann: Gescheitert, kaputt. Ein Mann ohne Zukunft. Wer ist dieser Mann, der – selbst Vater zweier Kinder – eine andere Familie mit einem völlig sinnlosen Mord ins Unglück stürzte? Die, die ihn wohl am besten kennt, ist Rainer Hoffmanns getrennt lebende Ehefrau. Eine Frau, die er für eine andere verließ. Die er dabei tief verletzte. In sehr persönlichen Aufzeichnungen auf ihrer Homepage www.trenn-dich-endlich.de hat sie ihre gescheiterte Ehe mit Rainer Hoffmann aufgearbeitet.

Auf einer Single-Fete hatten sich die beiden 1998 kennengelernt. „Ich suche ein Model für die Werbekampagne meiner Firma“, hatte er damals zu ihr gesagt und ihr seine Visitenkarte gegeben. Aus diesem Flirt wurde Liebe. Noch vor der Geburt des ersten Kindes traten die beiden im Frühling 1999 vor den Traualtar. Die beiden sind glücklich, verwöhnten ihr Kind, können sich vieles leisten. Denn Rainer Hoffmanns Elektro-Installationsfirma läuft gut, die Auftragsbücher sind voll. Für diesen Erfolg hat der aus einfachen Verhältnissen stammende Mann hart gearbeitet. Und er ist so stolz darauf, dass er zur Prahlerei neigt: „Stets wurde mir erzählt, was für tolle große Aufträge hereingekommen sind. Er war der Beste, der große Boss, der King ...!“, schreibt seine Ex-Frau. Die Familie nannte er seine „Basis“ – der Ort, an dem die Welt für ihn in Ordnung ist. Doch allzu lange verschweigt er, dass es mit seiner Firma rapide bergab geht. Hoffmann nimmt neue Jobs an, arbeitet Tag und Nacht für eine Sicherheitsfirma. Und wendet sich schließlich einer anderen Frau zu. Ein Doppelleben, das bald auffliegt.

Im Mai 2008 bekommt seine Ehefrau eine E-Mail von einer fremden Frau: „Würde gerne wissen, wer du bist. Ich bin die neue Freundin von Rainer“, schreibt die Fremde. Seine große Liebe, wie er später behaupten wird. Obwohl der Vertrauenbruch offensichtlich ist, will Hoffmann seine Frau nicht loslassen. Er weint, er lügt, er schwört ihr ewige Liebe. Und fährt dann doch zu seiner Neuen. Unschöne Szenen häufen sich. „Erst im August habe ich es geschafft, ihn vor die Tür zu setzen“, schreibt sie bitter. Sie leidet sehr unter der Trennung. Die Kinder jedoch bleiben das Bindeglied. Ihnen ist Rainer Hoffmann immer ein guter Vater gewesen.

Nach der Trennung von seiner Frau zieht Hoffmann in seine Eigentumswohnung am Freiburger Platz. Die hat er vor zwei Jahren für 120 000 Euro gekauft. Seine neue, „große Liebe“ scheitert. Seine Ex-Frau fand bald ein neues Glück. Er dagegen verliert sich in flachen Kurz-Beziehungen. Er arbeitet nun als Technischer Objektmanager – ein besserer Hausmeister-Job. Zuletzt leidet er unter massiven Finanzproblemen, fällt mehrfach als ebay-Betrüger auf. In dieser Zeit muss in seinem Kopf der furchtbare Plan herangereift sein. Der Plan eines Gescheiterten, der sich die Niederlage nicht eingestehen konnte. Und der darüber offenbar zum Mörder wurde. 

tz

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