+
Gehören bald der Vergangenheit an: Die Briefmarken-Automaten der Post. 

Ist das kundenfreundlich?

Post baut Briefmarken-Automaten ab

  • schließen

München - Sie verhelfen zur Unabhängigkeit von Öffnungszeiten, doch weil die Nachfrage stetig schrumpft, müssen immer mehr der gelben Kästen weichen. 

Weil die Nachfrage laut der Deutschen Post immer geringer wird, baut das Unternehmen seine Briefmarken-Automaten schrittweise ab. Ein gutes Dutzend Briefmarken-Automaten hat die Post in den vergangenen Jahren in München bereits demontiert – Tendenz steigend. „Die Nachfrage nach Briefmarken geht einfach zurück“, erklärt Post-Sprecher Klaus-Dieter Nawrath. Seit Jahren nimmt das Briefaufkommen bundesweit jährlich um gut zwei Prozent ab. E-Mail, SMS und Messenger-Dienste wie Whatsapp haben viele Briefe und Postkarten ersetzt.

Und dennoch ist die postalische Kommunikation – noch – nicht wegzudenken. Doch dafür braucht man entsprechende Marken. Mitte der 80er-Jahre betrieb die Post bundesweit rund 28 000 Automaten, an denen man rund um die Uhr Briefmarken ziehen konnte. Heute sind es nur noch etwa 2000. Innerhalb der Münchner Stadtgrenzen sind es aktuell 33. Und es werden weniger: Durch die sinkende Nachfrage werden die Automaten laut Nawrath immer unrentabler. Die Automaten werden zwar nicht bis zu einem bestimmten Stichtag abmontiert. Aber wenn eine größere Reparatur an einem Automaten ansteht, rechnet die Post sehr genau, ob sich das lohnt. Oft sei dies aus Sicht des Unternehmens nicht mehr der Fall.

Ersatz für die wegfallenden Automaten gebe es aber ausreichend. Denn in den vergangenen Jahren habe sich die Zahl der Poststellen erhöht: Gab es vor acht Jahren 92 Filialen in München, sind es nunmehr rund 230. Die großen Postämter wurden zwar größtenteils geschlossen, dafür gibt es nun aber deutlich mehr kleinere Filialen sowie rund 200 sogenannte Paketshops, in denen Kunden auch Briefmarken kaufen können. Ferner bietet die Post mittlerweile auch eine Reihe elektronischer Wege, um an Postwertzeichen zu gelangen: Onlinebriefmarken kann man direkt ausdrucken unter www.internetmarke.de. Unter www.efiliale.de können Kunden Briefmarken auswählen und sich nach Hause liefern lassen, ebenso über den Postoffice-Katalog unter der Nummer 01805/ 24 68 66.

Auch gibt es die Möglichkeit, das Porto per SMS zu bezahlen: Dafür muss der Kunde das Wort „Brief“ oder „Postkarte“ an die Nummer 22122 senden. Anschließend bekommt er eine Antwort-SMS mit einem Code. Diesen schreibt man anstelle einer Briefmarke auf den rechten oberen Rand der Sendung und kann diese sofort einwerfen. Beglichen wird das Porto über die Handyrechnung. Dieser Weg ist jedoch deutlich teurer: 1,10 Euro statt 70 Cent für einen Brief, und 85 statt 45 Cent für eine Postkarte.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

U-Bahn-Attacke: Kolumbianische Studenten von Trio verprügelt
Fiese Attacke in der U-Bahn: Drei junge Männer sollen zwei kolumbianische Studenten mit Schlägen traktiert haben. Erst ein Pärchen beendet den Albtraum der beiden …
U-Bahn-Attacke: Kolumbianische Studenten von Trio verprügelt
Wegen Schwertransport: Ridlerstraße stundenlang gesperrt
Zwischenfall an der Großbaustelle in der Ridlerstraße: Weil ein Schwertransport einer Grube zu nahe kommt, muss die Fahrbahn stundenlang gesperrt werden.
Wegen Schwertransport: Ridlerstraße stundenlang gesperrt
Mann löst Terroralarm aus - so lief der Polizei-Einsatz
Helle Aufregung in München und Ingolstadt - ein Mann hat am Mittwochabend die Polizei in Atem gehalten. Letztlich klärt sich die vermeintlich bedrohliche Situation aber …
Mann löst Terroralarm aus - so lief der Polizei-Einsatz
Retter erzählt: So bewahrte er seinen Nachbarn vor Feuertod
Bayern feiert seine Helden! Für uns ist das Anlass, eine ganz besondere Geschichte zu erzählen. Denn Adi Knapp bewahrte seinen Nachbarn im vergangenen Jahr vor dem  Tod …
Retter erzählt: So bewahrte er seinen Nachbarn vor Feuertod

Kommentare