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Verzauberte Stimmung im Circus Roncalli, der sein Publikum auf die „Reise zum Regenbogen“ schickte.

Umjubelte Premiere

Zirkusfans in Zauber-Haft: Roncalli begeistert sein Publikum

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Roncalli präsentiert in seinem neuen Programm zum letzten Mal Tiere – und eine biegsame Familie

München - Menschen, zum letzten Mal Tiere und jede Menge Sensationen. Das ist das neue Roncalli-Programm, das die Münchner Zirkusfans jetzt bis 12. November gefangen nimmt – quasi in Zauber-Haft. Bevor sich Bernhard Pauls Traumfabrik kommendes Jahr endgültig von den Tieren in der Manege verabschiedet, zeigt Roncalli mit der Jubiläumsshow „40 Jahre Reise zum Regenbogen“ noch einmal einen fulminanten Mix aus klassischem Zirkus und modernem Varieté.

München ist Pauls Schicksalstadt

Riesenjubel bei der Premiere. München hat eine neue Attraktion: Das Fantasia-Land steht für die kommenden fünf Wochen am Leonrodplatz in Neuhausen. Impresario Bernhard Paul kann wieder einmal stolz sein – und das gleich doppelt. Einerseits auf das famose Programm, das er nach München gebracht hat, in die „Schicksalsstadt“ für seinen Zirkus, wie er bei seiner Eröffnungsrede erzählt. Denn hier endete 1976 die erste Roncalli-Tour im legendären Streit mit Chef-Poet André Heller, der danach zürnte: „Die Poesie ist tot!“ Aber da hat er sich sauber getäuscht, der Herr Heller. Der zweite Grund für Paul, stolz zu sein, war damals noch nicht einmal geplant: Lili und Vivi, seine bildschönen Töchter, feiern hier ihre Münchner Roncalli-Premiere, und werden zu Recht bejubelt.

Lili, gerade mal 19, hat parallel zum Abitur eine fabelhafte Kontorsions-Nummer einstudiert. In so einer Zirkusfamilie bekommt man offenbar Gummigelenke in die Wiege gelegt – das Mädel ist schon jetzt ungemein sicher. Vivi, neun Jahre älter, schwebt am Luftring durch die Arena, hängt nur noch mit dem Genick am Gerät. Und als ob das nicht spektakulär genug wäre, verstreut sie am Ende auch noch Goldstaub. Wenn der olle Heller das sieht, dann muss er zugeben: Sie lebt, die Poesie. Und wie! Nachdem Air Berlin pleite ist, fliegt Vivi Paul als Air München durch den Roncalli.

Die Sinne fahren Achterbahn

Aber auch sonst passiert so viel, dass beim Zuschauen die fünf Sinne Achterbahn fahren. Eddy Neumann aus der Ukraine, den die Münchner schon als KBG-Clown im GOP ins Herz geschlossen haben, taucht immer wieder mit urkomischen Nummern auf. Eddy muss nur die Augenbrauen tanzen lassen, und schon sind alle kleinen und großen Kinder hingerissen. Beatboxer Robert Wicke aus Hannover steht für den modernen Roncalli – und für eine neue Art von Zirkus-Humor, wenn er erst so tut, als könnte er nicht einmal mit drei Kegeln jonglieren, dann aber mit fünf Kegeln eine herrliche Nummer hinlegt. Die Cedeño Brothers zeigen, dass im Zirkus nicht immer alles funktionieren muss, um die Fans zu begeistern. Das Quartett aus Ecuador jongliert sich gegenseitig auf den Füßen. Doch bei der Premiere rutscht einer der Brüder ab, verletzt sich offensichtlich (was den Cedeños zuletzt auch in Hamburg passierte), doch die atemberaubendste Nummer des Abends geht weiter.

In Sachen Tiere spielen die Ponys und Pferde von Karl Trunk zum Abschied nur noch eine Nebenrolle – und für die Nachfolge ist gesorgt. Clown Carillon hat sich bereits einen Roboterhund zugelegt. Und Pierre, das Roncalli-Pferd der Zukunft, besteht aus zwei Menschen und jeder Menge Stoff und macht es sich entspannt auf den Zuschauerplätzen gemütlich.

Ein tierischer Spaß an einem tollen Abend im Roncalli. Keine Frage, so viel Zirkus war zuletzt nicht einmal beim FC Bayern.

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