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Katwarn ist ein Handy-Warnsystem für Katastrophenfälle. 

Probealarm in Bayern, Stille in München

Statt Sirenen: Nur jeder zehnte Münchner nutzt „Katwarn“

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München - Das Bürger-Warnsystem Katwarn wurde vor zwei Jahren eingeführt. Doch kaum ein Münchner nutzt es. 

In ganz Bayern heulen am heutigen Mittwoch um 11 Uhr die Sirenen – doch in München bleibt es still. Das Innenministerium hat einen landesweiten Probealarm angeordnet, in München wurden die Sirenen aber schon vor Jahren abgeschaltet, die zuvor flächendeckend auf Gebäuden und Hochbunkern installiert waren. Die Stadt setzt stattdessen in Katastrophenfällen auf Durchsagen mit mobilen Lautsprechern auf Feuerwehrfahrzeugen oder Radio-Durchsagen. Zudem wurde vor zwei Jahren das Warnsystem „Katwarn“ eingeführt, das die Bürger im Notfall per SMS, E-Mail oder Smartphone-App informiert.

Die Zahl der Nutzer in der Landeshauptstadt ist jedoch noch immer relativ gering: Aktuell sind laut der Feuerwehr rund 157 000 Nutzer angemeldet. Damit nutzt nur gut einer von zehn Münchnern diese Möglichkeit der Katastrophenwarnung.

Die Münchner Feuerwehr selbst hat in den vergangenen zwei Jahren nach eigenen Angaben gut zehn Mal Warnungen per Katwarn herausgeschickt. Konkret ging es dabei um Bombenfunde, aber auch wegen des Terror-Alarms in der Silvesternacht und zuletzt bei dem Amoklauf am Olympia Einkaufszentrum wurden Meldungen versendet. Dazu kommen jedoch auch die deutlich häufigeren Unwetterwarnungen, die vom Deutschen Wetterdienst verschickt werden. In allen Fällen, so die Feuerwehr, sei das System durchaus sinnvoll gewesen, weshalb die Rettungskräfte in der Bevölkerung weiterhin die Werbetrommel für Katwarn rühren.

Doch wie können sich Bürger für das System registrieren? Wer Warnungen per SMS erhalten möchte, schickt eine Kurzmitteilung an die Rufnummer 0163/ 755 88 42 und gibt das Stichwort Katwarn und seine Postleitzahl ein (Beispiel: „Katwarn 80331“). Für Warnungen per SMS und E-Mail muss zusätzlich die E-Mail-Adresse angegeben werden (Beispiel: „Katwarn 80331, max.mustermann@xy.de“). Die App gibt es kostenlos zum Herunterladen für iPhones und alle gängigen Android-Smartphones. Im Falle einer Warnung ertönt bei der Katwarn-App ein schriller Ton. Die App bietet ortsbasierte Warnungen und Verhaltenshinweise zum aktuellen Standort und zusätzlich zu zwei weiteren frei wählbaren Gebieten. Dafür gibt man einfach zwei Postleitzahlen ein. Insbesondere auch für Gehörlose oder in lauten Umgebungen ist der Katwarn-Service vorteilhaft.

Eines sollte man allerdings beachten: Katwarn kann sich zwar jeder Bundesbürger herunterladen, doch ortsspezifische Warnungen werden nur von jenen Kommunen herausgegeben, die dieses System auch eingeführt haben. Das heißt: Ein Nutzer aus Weilheim beispielsweise könnte zwar von einem Unglück in München erfahren, aus seinem eigenen Ort aber solange nicht, bis auch sein entsprechender Landkreis das Katwarn-System eingeführt hat.

Seit 2011 haben sich die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin und Hamburg flächendeckend für Katwarn entschieden, dazu kommen 71 Landkreise und kreisfreie Städte (mehr unter www.katwarn.de). In München löst die Berufsfeuerwehr statt Sirenengeheul um 11 Uhr einen Katwarn-Probealarm aus.

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