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Probleme beim Bau: Hofstatt nicht vor 2013 fertig

München - Die Stadt drohte schon mit Baustopp – nun zeichnet sich im Streit um die „Hofstatt“ an der Sendlinger Straße eine Lösung ab. Eine Fertigstellung vor 2013 gilt aber als unwahrscheinlich.

Vermutlich hatte sich der Investor das alles ein wenig einfacher vorgestellt beim Bau der Hofstatt. Vornehme Geschäfte, teure Wohnungen, Büros in attraktiver Lage – mit diesem gewinnträchtigen Konzept wollte die LBBW Immobilien am einstigen Standort des Süddeutschen Verlags ein neues Stadtquartier schaffen. So ehrgeizig wie sich das 325 Millionen Euro teure Vorhaben finanziell präsentierte, war auch sein Zeitplan. Ende 2010, Anfang 2011 sollte die „Premium-Adresse“ fertig werden.

Daran ist nicht mehr zu denken. Denn auf der Baustelle zwischen Sendlinger Straße, Färbergraben und Hackenstraße laufen noch Abrissarbeiten, auch die Beseitigung der Altlasten zieht sich hin. Hinzu kommt, dass es die LBBW zuletzt gar nicht mehr so eilig hatte. Die Tochter der finanziell ins Straucheln geratenen Landesbank Baden-Württemberg hatte angesichts der finanziellen Misere alle Projekte daraufhin abgeklopft, ob sie sich nicht besser davon trennt.

Das soll mit der Hofstatt zwar nicht passieren, spurlos ging die Krise aber auch an ihr nicht vorbei. Die LBBW wollte umplanen, um das Areal lukrativer zu machen. Beabsichtigt war, auf Passagen zu verzichten und auch diese Flächen zu bebauen. Damit wäre der Gebäudekomplex nicht mehr offen gestanden für Passanten, die von der Fußgängerzone in die Sendlinger Straße spazieren wollen. Das aber ist das zentrale Anliegen der Stadt.

Der Stadtrat machte deshalb Druck, brachte ein Bebauungsplanverfahren auf den Weg – für den Fall, dass sich der Investor nicht an die Vorgaben halten sollte, die diesem bisher ein vereinfachtes Verfahren ermöglicht hatten Die Folge wäre ein jahrelanger Planungsprozess gewesen. Bis eine Genehmigung vorliegt, hätte der Bau gestoppt werden müssen.

Zumindest dieses Problem scheint die LBBW jetzt abgewendet zu haben. Man habe sich darauf verständigt, dass es bei den Passagen bleibt, bestätigte Thorsten Vogel, Sprecher des Planungsreferats. „Die Durchlässigkeit der Hofstatt vom Färbergraben bis zur Hackenstraße kann somit erhalten bleiben.“ Allerdings, so schränkte Vogel ein, wolle die LBBW noch eine Marktabfrage machen – wohl um zu eruieren, wie mögliche Pächter die Pläne finden.

Eine zeitnahe Fertigstellung der Hofstatt ist nicht in Sicht. Die Beseitigung der Altlasten – es geht um Rückstände der früheren Druckerei – dürfte noch acht bis neun Monate dauern, sagte Vogel. „Die Arbeiten sind umfangreicher, als man vermutet hat.“ Nur sie seien für die bisherige Verzögerung beim Bau verantwortlich – nicht die Umplanungen, betonte Vogel.

Auch die Umgestaltung der Sendlinger Straße zur Fußgängerzone im Bereich zwischen Färbergraben und Hackenstraße wird dann auf sich warten lassen. Das Baureferat halte an dem Plan fest, die Arbeiten erst nach Fertigstellung der Hofstatt in Angriff zu nehmen, sagte Sprecherin Nina Lindinger. „Die bauliche Umsetzung könnte sich verzögern.“

Matthias Kristlbauer

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