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Siegfried M. (62) kämpft vor Gericht um seinen Ruf.

Berufungsprozess läuft

Nach Sex-Vorwürfen: Professor kämpft um seinen guten Ruf

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Siegfried M. kämpft um seinen guten Ruf. Im Mai 2016 hatte ihn Amtsrichter Matthias Braumandl als „Grapscher“ bezeichnet, jetzt läuft der Berufungsprozess.

München - „Mit Verlaub, Herr Rektor, Sie sind ein Grapscher.“ Mit diesen Worten hatte Amtsrichter Matthias Braumandl Siegfried M. abgekanzelt. Im Mai 2016 kassierte der frühere Professor der Musikhochschule sein Urteil: 15 Monate auf Bewährung plus 25.000 Euro Geldstrafe. Seit Mittwoch kämpft er nun vor dem Landgericht um seinen guten Ruf. Dort läuft sein Berufungsprozess bis zum 27. April. Es geht um die Frage: Hat M. eine Kollegin sexuell genötigt? Laut Anklage hatte er der Frau unter den Rock gegriffen und ihr einen Zungenkuss aufgedrängt, obwohl sie ihn zurückgewiesen hatte. In erster Instanz glaubte das Gericht der Zeugin – und nicht M.. In einem zweiten Fall soll er eine Gitarristin während der Probe in seinem Büro geküsst und begrapscht haben. Dieser Vorwurf hatte sich aber nicht bestätigt.

„Habe nie Gewalt oder Bedrohungen angewendet“

Erstmals äußerte sich M. nun selbst ausführlich. „Ich habe nie Gewalt oder Bedrohungen angewendet oder eine Hilflosigkeit ausgenutzt.“ Die Vorwürfe streitet er ab und sagte: „Es gab eine Hexenjagd auf mich.“ Die Kollegin habe oft seine Nähe gesucht. „Ich habe auch eine Flirt-Bereitschaft gespürt. Ob wegen meiner Person oder für berufliche Vorteile, das kann ich nicht beurteilen.“ Umarmungen und Küsse bestätigt M. , „weil ich mich für sie gefreut hatte, als sie eine volle Stelle bekam.“

Der andere Fall hatte sich in seinem Büro abgespielt, während einer Probe. Die Frau war nass vom Regen, er habe sie „gerubbelt“. Einen Kuss habe es gegeben. Aber nur, um sie zu loben. „In unserer Manier.“ Enttäuschung sieht M. als Motiv der Anzeige: Die Frau habe als einzige keine Honorarprofessur bekommen. Die Kollegin hätte sich angeschlossen, um sie zu unterstützen.

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