Polizeieinsatz: Ostbahnhof für alle S-Bahnen gesperrt

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Dem Vergewaltiger auf der Spur: Profiler Alexander Horn will den Sextäter überführen.

Horn will Fälle aufklären

Nach zwei Vergewaltigungen: Profiler ist Sextäter auf der Spur

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München - Die Jagd auf den Sextäter von Rosenheim und Oberföhring wird zur Chefsache. Profiler Alexander Horn hat die beiden Vergewaltigungsfälle übernommen. Er erklärt sein Vorgehen.

Innerhalb eines Jahres hat der Sextäter zweimal brutal zugeschlagen: Im November 2015 wurde eine 29-Jährige in Rosenheim Opfer des Vergewaltigers, am 18. Dezember 2016 klebte seine DNA-Spur auch am Tatort in Oberföhring. Die Polizei warnt, der Unbekannte könne sofort wieder zuschlagen. Ein Wettlauf gegen die Zeit, den Fallanalytiker Alexander Horn unbedingt gewinnen will. Er erstellt Profile von Tätern, die noch keiner kennt. Und so jagt er auch diesen skrupellosen Vergewaltiger...

Eigentlich versetzt sich Alexander Horn in die Köpfe von Mördern. Er ist Deutschlands bekanntester Fallanalytiker und versucht, Motive und Denkweisen von Kriminellen nachzuvollziehen - um ihnen am Ende das Handwerk zu legen. Seit Dienstag ist bekannt, dass die beiden Vergewaltigungsfälle, die sich innerhalb eines Jahres zuerst in Rosenheim und vor wenigen Wochen auch in München ereigneten, in direktem Zusammenhang stehen. An beiden Tatorten fanden die Ermittler die DNA-Spur ein und desselben Mannes, der zwei Frauen attackiert und vergewaltigt hat.

Joggerin hätte nach Tat erfrieren können

Der Tatort in Rosenheim.

Die Brutalität des jüngsten Falles von Oberföhring war es auch, die Alexander Horn auf den Plan gerufen hat. Weil die 45-jährige bewusstlose Joggerin zu erfrieren drohte, hat sich die Münchner Mordkommission eingeschaltet. Jetzt arbeiten die Beamten auch mit der Kriminalpolizei Rosenheim eng zusammen. Horn beschäftigt sich mit elementaren Fragen. Was ist eigentlich passiert? „Dabei geht es um die Rekonstruktion der Taten“, sagt der 43-Jährige.

Eine derart komplexe Angelegenheit müsse man auch in mehrere Tatphasen unterteilen. Sind die geklärt, kommt die Frage nach dem Warum. Horn: „Wir versuchen, die Motivlage zu bewerten: Um was geht es bei diesem Delikt?“ Und am Ende dreht sich - aktuell akuter denn je - alles um die Frage: Wer ist für die brutalen Vergewaltigungen verantwortlich? Horn und seine Kollegen erstellen Persönlichkeitsprofile eines Täters. Entscheidend sei auch, zu klären, warum ein Mensch etwas genau an diesem Ort gemacht hat, und dann die Wahrscheinlichkeit zu ermitteln, wann und wo er wieder zuschlagen könnte.

Horn: „Täter nicht überhöhen“

Von einer „Bestie“ oder einem „Monster“ will Alexander Horn in diesem aber auch in jedem seiner anderen oft grausigen Fälle nicht sprechen. Er sagt: „Das kann den Blick verstellen. Ich warne immer davor, Täter zu überhöhen.“

Denn auf der einen Seite haben solche Menschen ein ganz normales Leben - und auf der anderen Seite werden sie zum brutalen Täter.

Johannes Heininger

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