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Der Metzgermeister und ehemalige Münchner Promiwirt Michael Beck (r) unterhält sich in seinem Delikatessengeschäft in Manila mit einem Angestellten (Foto vom 11.12.2008).

Promi-Wirt Michi Beck ringt um sein Leben

Manila - Der frühere Münchner Bratwurst-König Michael Beck (47) ringt auf der Intensivstation um sein Leben.

Die Süddeutsche Zeitung hatte am Freitag gemeldet, Beck sei seinen Verletzungen erlegen, hat diese Meldung aber inzwischen zurückgenommen. Sein Zustand soll jedoch kritisch sein.

Beck hatte am Montag seinem Leben ein Ende setzen wollen. „Er hat eine Party bei sich daheim gefeiert, dann ist er plötzlich verschwunden. Als ihn Freunde fanden, hatte er einen Strick um den Hals und war schon blau angelaufen“, berichtet ein Bekannter von Beck, der namentlich nicht genannt werden will.

Der einstige Wiesn-Wirt hatte knapp zwei Jahre nach seiner Flucht 2006 in Manila ein Restaurant namens Mickey’s Delicatessen eröffnet. 80 Kilo Bratwürste verkaufe er dort und im angeschlossenen Laden täglich, prahlte er erst kürzlich, und protzte mit großen Plänen: „Zwei Restaurants sind bereits unterschrieben, sechs weitere folgen bis Juni.“

In Wahrheit soll das neue Leben des Ur-Münchners in Asien aber so toll doch nicht gewesen sein. Von Schulden ist die Rede, auch von Alkohol. Es wird spekuliert: War es die Trennung von seiner Frau Nadja, einer Philippinin, mit der Beck 17 Jahre verheiratet war, die ihn zu dem Suizidversuch trieb? Sie war im November 2008 mit einem deutschen Mitarbeiter von Becks Metzgerei auf den Philippinen durchgebrannt. Oder litt Beck an Heimweh? Eine Rückkehr nach München war ihm seit seiner Insolvenz verwehrt – jedenfalls dann, wenn er peinliche Gespräche mit der Staatsanwaltschaft vermeiden wollte.

Nach seiner Pleite mit anschließender Flucht blieben drei Pacht-Betriebe zurück – neben dem Bratwurst-Glöckl auch das benachbarte Augustiner am Dom und das Thaifoon. Gerade letzteres hat Beck tief in die roten Zahlen getrieben, 44 000 Euro Pacht kostete die Immobilie – im Monat. Zu viel für ein Restaurant, das nie gut lief. Bereits 2003 musste Beck das Stammhaus am Dom, das seit 110 Jahren in Familienbesitz gewesen war, an die Augustiner-Brauerei verkaufen. Dazu kam sein Lebensstil – Champagner, Partys im P1, Luxus-Autos und großzügige Einladungen für Freunde in Nachtclubs dies- und jenseits des Sperrbezirks.

Dazu passt diese Geschichte von Beck, die sich in Brasilien zugetragen haben soll: Er war dort auf einem Männerausflug mit einem anderen Promi-Wirt und einer Größe aus dem Münchner Rotlichtmilieu. In einer wilden Nacht sollen die drei Herren auf dem Balkon eines Nachtclubs gestanden und mit Geld nur so um sich geworfen haben. Während seine Begleiter nur anfangs die Dollarnoten auf die Tanzfläche regnen und dann Kleinbeträge in der Landeswährung folgen ließen, habe Michael Beck, den alle nur „den Michi“ nannten, so ein paar tausend Dollar unter die entzückten Tänzerinnen gebracht.

osw/mdu/mm

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