Prostituierte erdrosselt und verbrannt - Mordprozess beginnt

Memmingen - Knapp zehn Monate nach dem Fund einer verbrannten Frauenleiche bei Elchingen (Landkreis Neu-Ulm) beginnt am kommenden Mittwoch (1. Oktober) vor dem Landgericht Memmingen der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder.

Den Ermittlungen zufolge soll der 24 Jahre alte Mann aus Neu-Ulm im Dezember 2007 die Frau in einem Hotelzimmer in Neu-Ulm bei einer Auseinandersetzung bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und danach erdrosselt haben. Er war im Hausmeisterservice eines Neu-Ulmer Bordells tätig, in dem auch das 31-jährige Opfer als Prostituierte arbeitete.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Mord und versuchten Totschlag vor. Sie geht davon aus, dass der Beschuldigte durch das Erdrosseln verhindern wollte, dass seine Gewalttätigkeiten gegen die Frau bekannt werden. Der 24-Jährige, der seit Dezember in Untersuchungshaft sitzt, bestreitet die Tat.

Mitangeklagt ist ein Bekannter des mutmaßlichen Täters, dem die Staatsanwaltschaft versuchte Strafvereitelung zur Last legt. Der 27- Jährige soll dem Angeklagten nach der Tat bei der Beseitigung der Leiche geholfen haben. Beide sollen die tote Frau zu einem Waldstück nach Oberelchingen (Landkreis Neu-Ulm) gebracht und dort versucht haben, sie zu verbrennen. Die stark verkohlte Leiche des Opfers war einen Tag später von Spaziergängern entdeckt worden. Nach dem Fund eines Schmuckstücks war eine Sonderkommission "Delfin" zur Aufklärung der Umstände eingesetzt worden.

In dem Prozess sollen vier Sachverständige und 26 Zeugen gehört werden. Es sind fünf Verhandlungstage angesetzt.

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