Prozess: Autohändler verjubelt 670.000 Euro

München - Dem Leiter der Gebrauchtwagenabteilung eines großen Autohandels wurde das Schwindeln leicht gemacht. Es gab keine Kontrollen, Michael K.konnte in drei Jahren 64 Autos auf eigene Rechnung verkaufen.

Dem Leiter der Gebrauchtwagenabteilung eines großen Autohandels wurde das Schwindeln leicht gemacht. Es gab keine Kontrollen, Michael K. (45) konnte in drei Jahren 64 Autos auf eigene Rechnung verkaufen. Der Schaden: gut 670 000 Euro. „Ja, so war’s“, gab K. gestern vor dem Landgericht zu. Untreue in 63 Fällen und einen besonders schweren Betrug wirft ihm die Anklage vor. „Wie haben Sie das vertuscht?“, will Richterin Rosi Datzmann wissen. „Überhaupt nicht“, sagt der Händler. „Wenn jemand geprüft hätte, wäre es jeden Tag aufgefallen.“ Als der Geldschwund doch aufflog, machte sich Michael K. im Dienstwagen davon. Der Audi wurde rasch vor dem Haus seiner Freundin im österreichischen Poggendorf entdeckt. Michael K. wurde nach München überstellt. Er soll zunächst versucht haben, mit einer Krebserkrankung Mitleid zu heischen. „Das habe ich nie gesagt“, bestreitet er. K. ließ die veruntreuten Autos nicht in der Buchhaltung eingeben. Wenn das interne Kostensystem wegen der überlangen Standdauer Alarm gab, fingierte er Verkaufsverträge, ließ sie von der EDV erfassen. Die ausstehenden Rechnungsbeträge vertuschte er mit dem Märchen, der Kunde habe einen Gebrauchtwagen in Zahlung gegeben. Die Größe der Firma mit mehreren Filialen habe wohl Kontrollen verhindert, vermutet die Richterin. Das Geld ist weg. Der Angeklagte war sich „nicht bewusst, welche Gesamtsumme im Raum stand“. Er hat die 670 000 Euro verliehen, verspielt und mit Frauen verprasst – „mit Kollegen, bezahlt habe ich“. Der Prozess dauert an.

sl

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Angetrunken und nicht nachgedacht“: Bachelor-Kandidatin über lebensgefährlichen Adrenalinkick in München
Immer öfter werden Münchner Straßen zu illegalen Rennstrecken. Für die Raser mag es ein Adrenalinkick sein, doch der irre Spaß endet schlimmstenfalls tödlich. Anwohner …
„Angetrunken und nicht nachgedacht“: Bachelor-Kandidatin über lebensgefährlichen Adrenalinkick in München
Mini-Wiesn 2020 in München: Vorbereitungen laufen auf Hochtouren - Wir erklären die Hotspots
Auf das Oktoberfest in München müssen Fans aus aller Welt in diesem Jahr verzichten. Allerdings wurde ein Plan B bewilligt. Der Aufbau für die Ersatzveranstaltung läuft …
Mini-Wiesn 2020 in München: Vorbereitungen laufen auf Hochtouren - Wir erklären die Hotspots
Mobilitäts-Referat München: Rekordverdächtig viele Bewerber
Für den Posten des Mobilitätsreferenten in München sind bis zum Annahmeschluss 34 Bewerbungen bei der Stadt eingegangen. Das dürfte für den Posten eines Münchner …
Mobilitäts-Referat München: Rekordverdächtig viele Bewerber
Antrag: Gratis-Parken soll Handel in München helfen  - Kritik von SPD und Grünen
Keine Parkgebühren mehr in der Innenstadt bis Ende des Jahres – das fordern FDP und Bayernpartei in einem Antrag. SPD und Grüne sind wenig begeistert. 
Antrag: Gratis-Parken soll Handel in München helfen  - Kritik von SPD und Grünen

Kommentare