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Waffenhändler Philipp K. mit seinen Anwälten vor Gericht.

Gutachter gibt Einblicke

Prozess gegen Waffenhändler: „Er wollte auch eine Kalaschnikow besorgen“

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Im Prozess gegen Philipp K. (32) gibt ein Gutachter Einblicke in die radikale Gesinnung des Amok-Waffenhändlers.

Vor Gericht zeichnet sich ein immer düsteres Bild von Philipp K. (32), dem Waffenhändler des Münchner Amokläufers. Seit Ende August muss K. sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Nach neun Verhandlungstagen steht nun fest, dass er sehr wohl eine radikale Gesinnung hatte.

Wie ein Gutachter gestern berichtete, malte Philipp K. schon als Kind gerne Waffen, Panzer und sogar Hakenkreuze – und versteht das heute als eine Art von schwarzem Humor. Mit elf Jahren habe K. angefangen, rechtsradikale Symbole zu benutzen, um damit zu provozieren. Als Jugendlicher hatte er sich der rechten Szene zugewandt und nahm auch an rechtsradikalen Treffen mit Skinheads teil. Doch das hatte ihn laut Gutachter „schnell gelangweilt“, er wandte sich wieder von der Szene ab.

„Geil auf Waffen“

Dem Psychiater hatte Philipp K. in der Vernehmung zudem angegeben, er sei „geil auf Waffen“. Weil sie ihn „angeturnt“ hätten, habe er immer mehr davon gewollt und habe auch auf den Besitz einer Kalaschnikow hingearbeitet. Der Waffenhandel sei zu seinem wesentlichen Lebensinhalt geworden, gab K. in den Gesprächen an, aus denen der Psychiater sein Gutachten erstellt hatte.

Erstmals zur Sprache kam gestern auch, dass Amokläufer David S. offenbar einen Mitfahrer hatte, als er zu den zwei Treffen mit Philipp K. nach Marburg fuhr, um die Glock 17 sowie mehrere Hundert Schuss Munition zu kaufen. Das ging aus einem Beweisantrag der Nebenkläger hervor. Die entsprechende Person, die denselben Bus für die Hin- und Rückfahrt nutzte, konnte bisher aber nicht identifiziert werden.

Neun Menschen kamen bei dem Amoklauf am 22. Juli 2016 am Olympia-Einkaufszentrum ums Leben. Aus Respekt davor, was die Angehörigen der Opfer hatten durchmachen müssen, räumte Richter Frank Zimmer ihnen nun ein, sich jederzeit im Prozess äußern zu dürfen. Üblicherweise ist dies nur am Ende jeder Vernehmung möglich. Noch bis zum 13. Oktober wird die Verhandlung gegen den Waffenhändler andauern, fünf zusätzliche Termine wurden vom Landgericht anberaumt.

Lesen Sie auch: OEZ-Amoklauf-Prozess: Waffenhändler droht Mordanklage

Andreas Thieme

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