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Liebe Damen, dieser Herr ist noch zu haben: Hans-Jürgen S. (58) am Donnerstag vor dem Amtsgericht.

Liebe gesucht, Streit gefunden

Unvermittelbar: Münchner (58) verklagt Partneragentur

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München - Ein 58-Jähriger wollte endlich die Frau fürs Leben finden und wandte sich dafür an eine Münchner Partnervermittlung. Die Vorschläge der Agentur erschienen ihm unpassend. Deshalb forderte er sein Geld zurück. Nun landete der kuriose Fall vor Gericht.

Er suchte die Frau fürs Leben – am Ende blieb ihm nur der Ärger. Und ein leeres Bankkonto! Weil eine Münchner Partnervermittlung Hans-Jürgen S. (58) keine passenden Angebote lieferte, klagte er. Denn er fand weder eine Frau, noch erhielt er sein Geld zurück. Nun verhandelt das Amtsgericht seine Forderung.

„Ist es denn wirklich so schwierig, mich zu vermitteln“, fragt der Immobilien-Verwalter. Er ist 58 Jahre alt. Gesund, gepflegt, gebildet. Lächelt freundlich im schicken Anzug. Aber findet einfach keine Frau…

Partnervermittlung wollte 58-Jährigem mit vergebener End-Zwanzigerin eine "Freude bereiten"

Deshalb tat Hans-Jürgen S. das, worauf Millionen Deutsche vertrauen: Er wendete sich an eine professionelle Partnervermittlung. „In der Innenstadt fand ich ein Institut. Es wirkte seriös, ich hatte nur Gutes gehört und entschied mich bewusst gegen die Massenabfertigung im Internet.“ Von den Experten vor Ort ist der Franke überzeugt, zahlt 2975 Euro und schließt einen Vertrag. Dieser sollte ihm drei Partner-Vorschläge garantieren. „Ich suchte eine Frau Ende Dreißig mit Kinderwunsch“, sagt er. „Aber passend zu meinem Profil wurde mir niemand vermittelt.“

Im April 2012 beginnt die vergebliche Liebesmüh. Angebot Nummer eins ist eine Zahnärztin aus Magdeburg. „Wir trafen uns im Café. Sie war attraktiv, hatte eine Praxis.“ Aber wollte keine Kinder! „Ich fuhr den ganzen Weg umsonst“, sagt S. Der zweite Vorschlag: eine Dame Ende 20. „Ich rief sie an. Sie sagte, sie ist bereits vergeben.“ Wütend wendet er sich an das Institut: „Es hieß, mit der jüngeren Frau wollte man mir eine Freude bereiten und ich solle Geduld haben.“ Nach einer weiteren Beschwerde teilt die Agentur plötzlich mit: Die „persönliche Situation“ von Hans-Jürgen S. sei den Damen „bestens bekannt“, ebenso wie „die sich daraus ergebenen Schwierigkeiten.“ Angeblich sei er zu klein und ohne Job! „Man gab mir das Gefühl, ich sei nicht vermittelbar. Aber dass ich von zuhause arbeite und nur 1,70 Meter groß bin, war ja von Anfang an bekannt.“ Der Verwalter lässt nicht locker. In einem weiteren Brief schreibt die Agentur dem Kunden: „Ihnen muss bei Ablauf doch klar sein, dass die vorgemerkten Damen nicht auf eine Vermittlung mit Ihnen warten.“ Starker Tobak! Nach Monaten schlägt S. vor, den Vertrag aufzulösen. „Wenn ich schon keine Angebote erhielt, wollte ich wenigstens mein Geld zurück“, sagt er. Aber die Agentur weigerte sich.

Die Traumfrau von Hans-Werner S. sollte gebildet und etwas mollig sein

Und hält vor Gericht nun dagegen: „Alle Kriterien haben gestimmt. Beide Damen sind inzwischen vermittelt. Die Vermittlung von Herrn S. ist an Ungeduld gescheitert.“ Anwältin Monika Theinert sieht es anders: „Die Vermittlungs-Dienstleistung wurde nicht erbracht. Es wurden viele Gründe vorgeschoben.“

Erst Mitte Juni wird der Fall weiterverhandelt. Hans-Jürgen S. sucht inzwischen lieber selbst wieder eine Frau: „Gebildet und etwas mollig sollte sie sein. Das Alter ist nicht mehr so wichtig.“

A. Thieme

Trends bei der Partnersuche

Hans-Jürgen S. (58) suchte klassisch über eine Partner-Vermittlung. Der Trend geht aber zum Online-Dating: Sieben Millionen Deutsche suchen so mittlerweile nach der großen Liebe. Jedes fünfte Paar lernt sich heute im Internet kennen. Sechs Millionen Paare haben sich auf diese Weise schon gefunden! Im Schnitt ist aber erst das vierte Treffen erfolgreich. Welche Dating-Angebote es zurzeit gibt und wer sie nutzt, hat die Ludwig-Maximilians-Universität in einer Studie getestet. In Single-Börsen geht es um unverbindliche Flirts und Gespräche. Die Nutzer sind Mitte 30 und unabhängig. In Partnervermittlungen suchen bodenständige Singles sowie gebildete und erfolgreiche Berufstätige, die es ernst meinen. Wer Casual Dating betreibt, ist eher auf erotische Abenteuer aus, liebt gewagte Outfits und Tattoos.

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